Essen zu scharf
Zuletzt aktualisiert: 4. Mai 2021

Für manche alltäglich, für andere eine Ausnahme. Zu scharfes Essen. Ab wann ein Essen nicht nur scharf, sondern zu scharf ist, kommt immer auf die Person an. In vielen Kulturkreisen ist sehr scharfes Essen Normalität.

Um scharfes Essen zu vertragen, muss man aber nicht zu einem bestimmten Kulturkreis gehören. Die Toleranz für scharfes Essen ist nämlich eine Gewöhnungssache. Wer seinen Körper langsam an scharfes Essen gewöhnt, verträgt dieses auch immer besser. Aber auch für routinierte Schärfe-Liebhaber wird es irgendwann einfach zu scharf.

Was ist jetzt zu tun, wenn das Essen einfach zu scharf ist? Wie kann das Brennen im Mund gemildert werden, nachdem man zu scharfes Essen gegessen hat? Ist zu scharfes Essen gefährlich für mich? In diesem Artikel findest du alle Antworten auf diese und weitere Fragen. Vor allem aber zeigen wir dir Tipps und Tricks, wie du ein zu scharf geratenes Essen milder machen kannst.




Das Wichtigste in Kürze

  • Es ist schnell passiert, ein kleiner Ausrutscher mit dem Chilipulver oder der scharfen Soße und das mühsam gekochte Gericht ist viel zu scharf und kaum noch genießbar. Das ist ärgerlich, aber kein Grund, das Essen nicht mehr zu genießen.
  • Um das zu scharf geratene Essen milder zu machen, gibt es einige Tricks und bewährte Hausmittel, die die Schärfe binden, verdünnen oder neutralisieren können. Bekannte Klassiker sind das Trinken von Milch, aber es gibt noch weitere, effektivere Methoden.
  • Zu scharfes Essen ist für eine gesunde, erwachsene Person nicht direkt lebensbedrohlich, aber du solltest es mit der Schärfe nicht übertreiben, denn Speiseröhre und Magen können unter zu scharfer Würzung leiden.

Hintergründe: Was du über zu scharfes Essen wissen solltest.

Die Schärfe im Essen ist kein Geschmack, sondern vielmehr ein Schmerz. Dieser Schmerz wird meist als Hitze wahrgenommen.

Beim Essen von scharfen Speisen werden die in Zunge oder im Mund befindlichen Nerven gereizt und senden ein Schmerz-Signal an das Gehirn. Nicht nur Mund und Nase, sondern auch Augen und alle anderen Schleimhäute können durch Schärfe gereizt werden.

Das Gehirn setzt daraufhin körpereigene Schmerzmittel (Endorphine) frei, welche dem Schmerz entgegenwirken sollen. Wegen dieser Ausschüttung von Endorphinen kann es sein, dass du dich beim Essen von scharfen Speisen glücklicher fühlst.

Ist dein Essen allerdings zu scharf, dann kann der Körper damit nicht mehr umgehen und reagiert anders. Je nach Menge und Art des scharfen Gewürzes das verzehrt wird, treten teilweise heftige Reaktionen auf. Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe oder Atemnot sind keine Seltenheit.

Welche Stoffe machen ein Essen zu scharf?

Die Stoffe, die ein Essen zu scharf machen können, sind vielfältig. In fast allen Regionen der Welt sind Pflanzen mit einer scharfen Wirkung bekannt. Hauptsächlich zählt das Alkaloid Capsaicin zu den Verursachern von Schärfe.

Chilis

Die bekannteste unter den scharfen Gewürzpflanzen ist wahrscheinlich die Chili. Der scharfe Extrakt aus Chili Pflanzen heißt Capsaicin. Je nach Sorte der Chilis haben die Früchte eine andere Schärfe-Intensität. Auf der Welt gibt es ca. 35 verschiedene Chilisorten, die hier nicht alle aufgezählt werden können.

Chilis sind wohl die bekanntesten Scharfmacher für dein Essen. (Bildquelle: unsplash / Adi Chrisworo)

Die bekanntesten sind aber die Jalapeno Chili, die Habanero Chili, die Birds-Eye Chili und auch der aus Chilis gemachte Cayenne-Pfeffer. Auch Paprikas gehören botanisch gesehen zu den Chili-Gewächsen, haben aber einen sehr niedrigen Capsaicin Gehalt.

Chilis und die Skoville Skala

Um den Schärfegehalt einzuordnen, wurde die Scoville-Skala erfunden. Diese Skala wurde 1912 von Herr Scoville erfunden und ordnet den Schärfegrad von Capsaicin von 0 bis 16.000.000 ein. Dieser Stoff kommt in allen Chili Sorten vor und ist für die Schärfe verantwortlich.

Mit einem bestimmten Messverfahren, welches heutzutage weiter verfeinert wurde, konnte er den schärfe Gehalt aus den verschiedenen Chili und Paprika Produkten bestimmen. Nach der Scoville-Heat-Unit (SHU) wird die Tabelle aufgebaut. Im Folgenden kannst du dir einen Ausschnitt der Scoville Skala ansehen.

Scoville-Heat-Unitl (SHU) Gewürz-Pflanze Empfingung
0-10 normale Paprika nicht spürbar
100-500 diverse Peperoni mild bis mittelscharf
1.000-2.500 Sambal, Tabasco Soße scharf
2.500-8.000 diverse Jalapeño Chilis sehr scharf
30.000-50.000 reiner Cayenne-Pfeffer extrem scharf
100.000-200.000 Pfefferspray kaum aushaltbar
577.000 Habañero Red Savina Chili kaum aushaltbar
855.000-3.180.000 Weltrekord-Chilis (Carolina Reaper, Trinidad Skorpion Chili, Dragons Breath, Pepper X) nicht aushaltbar
9.000.000 Schärfste Chilisoße der Welt nicht aushaltbar
16.000.000 Reines Capsaicin einfach nein

Diese Tabelle bezieht sich nur auf Chili Gewächse. Andere scharfe Gewürze wie Ingwer, Pfeffer, Senf und Meerrettich kommen nicht vor. Das liegt daran, dass diese Gewürzpflanzen durch andere Stoffe Schärfe erzeugen und nicht durch Capsaicin. Trotzdem können sie sehr sehr scharf sein.

Meerrettich und Wasabi

Wer beim Sushi essen schnmal zu viel Wasabi gegessen hat, kennt das Gefühl der Schärfe in Rachen und Nase. Wasabi ist schärfer als Meerrettich und ungefähr vergleichbar mit Jalapeno Chilis, also 2.000 bis 8.000 Scoville.

Der Vorteil beim Verzehr von Meerrettich oder Wasabi ist aber, dass die Schärfe nach kurzer Zeit wieder verschwindet. Das liegt daran, dass z.B. in Senf oder Wasabi bestimmte Öle für die Schärfe verantwortlich sind, welche sich beim Verzehr auflösen. Bei Chilis löst sich die Schärfe nicht auf und bleibt manchmal noch lange spürbar.

Pfeffer

Oft unterschätzt in Sachen Schärfe wird der Pfeffer. Da zum Würzen daheim meist nur der schwarze Pfeffer genutzt wird, welcher nicht besonders scharf ist, kann man von dem kleinen kugelförmigen Gewächs schnell getäuscht werden.

Es gibt aber noch viel mehr Pfeffer-Sorten. Neben dem Schwarzen Pfeffer gibt es auch den Weißen-, und den Grünen-Pfeffer, den Langpfeffer und den Szechuanpfeffer. In allen Pfeffer-Sorten löst der Stoff Peperin den scharfen Geschmack aus. Die verschiedenen Sorten des Pfeffers tragen neben der Schärfe auch viel andere Aromen und sind vielfältig in der Küche einsetzbar.

Kurkuma und Ingwer

In Ingwergewächsen sind Gingerol und Shogaol für den scharfen Geschmack verantwortlich. Wer jemals in eine rohe Ingwerknolle gebissen hat, kann dessen Schärfegrad einschätzen. Subjektiv betrachtet ist er vergleichbar mit scharfem Senf, aber etwas milder als Wasabi.

Die verwandte Kurkuma Wurzel enthält Curcumin, welches eine leichte scharfe Wirkung hat. Kurkuma und Ingwer sind außerdem echte Superfoods und ihnen werden nachweislich viele gesundheitsfördernde Wirkungen zugesprochen.

Auch Ingwer und Kurkuma enthalten eine gute Schärfe, die du nicht unterschätzen solltest. (Bildquelle: 123rf / slasta)

Anders als vielleicht gedacht, hat das Gewürz Curry keine eigene Schärfe, sondern das indische Gericht Curry wird einfach gerne und ausgiebig mit scharfen Gewürzen wie Ingwer, Kreuzkümmel, Zwiebeln, Knoblauch und Chilis gewürzt. Dies lässt schnell Verwirrung aufkommen, aber das tatsächliche Curry-Pulver ist eigentlich nur für Aroma und Farbe zuständig.

Zwiebeln, Knoblauch und Kohl

Den meisten wohlbekannt, aber nicht als scharf. Zwiebeln und Knoblauch enthalten den Stoff Allicin, welcher in hoher Dosierung eine gewisse Schärfe besitzt.

In Kohlgemüse ist Glucosinolat enthalten, welches einen ähnlichen Effekt habe kann. Da Menschen eine Schärfe erst ab ca. 16 Scoville (entspricht ca. einem milden Pfefferkorn) bemerken, fällt bei Zwiebeln, Knoblauch und Kohl die Schärfe nicht auf.

Welche Kulturen essen sehr scharf gewürztes Essen?

In vielen Kulturen und Ländern gehört scharfes Essen einfach dazu. In Europa wird eher wenig scharf gegessen, lediglich in Spanien, Italien und Ungarn gibt es traditionelle scharfe Gerichte. Sehr viel schärfer geht es dagegen in Asien, Afrika und Südamerika her.

Als die Heimat des Chilis ist Mexiko berüchtigt. Die Südamerikanischen Ureinwohner sind wohl die ersten gewesen, die in den Genuss der roten Pflanze gekommen sind. Burritos, Tacos und Tortillas zählen zu den beliebtesten Speisen aus Mexiko und sind traditionell sehr scharf gewürzt. In der Karibik wird außerdem die feurige Habanero Chili gerne verwendet.

In Indien wächst das Ghost-Chili, eine der schärfsten Chili Sorten der Welt. Für ihre aromatischen und scharfen Gerichte wie Chicken Tikka-Masala ist Indien berühmt.

Essen zu scharf

Das indische Gericht Chicken Tikka Masala ist sehr lecker und wird traditionell scharf gewürzt. (Bildquelle: Marvin Ozz/ Pexels)

In der traditionellen Thailändischen und Vietnamesischen Küche gibt es unzählige leckere Gerichte, aber nur die wenigsten davon sind ohne Schärfe. Das Thai Chili ist eine der stärksten Chili Sorten. Wer nicht an sehr scharfes Essen gewöhnt ist, der hat es hier eher schwer.

Korea und Japan nehmen Tischettiquette und die Symbolik des Essens sehr ernst. Viel Wert wird bei den zahlreichen Gegrillten und mit Sojasoße verfeinerten Gerichten auch auf eine ordentliche Schärfe gelegt.

In China und der chinesischen Küche sticht besonders die Sichuan Gegend heraus, wenn es um besonders scharfe Würzungen geht. Das scharfe Chili, welches dich deine Zunge nicht mehr spüren lässt, wird mit vielen leckeren und reichhaltigen Beilagen serviert.

In Afrikanischen Gerichten sollte man nicht den Fehler machen, und ihren Schärfegrad unterschätzen. Dank der großen Vielfalt an leckeren und milden Gerichten, wird die Bedeutung von Schärfe gerne vergessen. In der afrikanischen Küche, z.B. in Ghana, werden Gerichte gerne mit einem sehr starken Chili versehen und wer das nicht kennt, ist auf eine der reichhaltigen Beilagen angewiesen, um die Schärfe zu überstehen.

Welche Tiere essen auch scharfes Essen?

In der Tierwelt ist scharfes Essen ganz und garnicht beliebt. Säugetiere können wie Menschen das Gefühl der Schärfe empfinden und es ist nicht bekannt, dass Säugetiere gezielt scharfes Essen verzehren. Wahrscheinlich wäre es für die meisten Tiere nicht gesund, Chilis oder andere scharfe Pflanzen zu fressen.

Eine klare Ausnahme bilden hierbei die Vögel. Ein bestimmtes Rezeptorprotein der Vögel lässt sie die Schärfe in Chilis nicht spüren. Vögel schätzen die Schoten von Chili und Co., wegen ihrer Körner und des Fruchtfleisches. Die Schärfe der kleinen roten Pflanzen können die Vögel aber nicht spüren.

Warum essen manche Leute zu scharfes Essen?

Schärfe im Essen kann bis zu einem bestimmten Grad genossen werden und hat einige positive Eigenschaften auf den Körper. Beim Verzehr werden Hormone ausgeschüttet, die einen glücklicher machen und der Blutdruck und damit der Kreislauf werden durch scharfes Essen angeregt. Außerdem fördert die Schärfe das Schwitzen, was an heißen Tagen von Vorteil ist. Dies macht ein scharfes Gericht zu einer beliebten Option für viele Menschen.

Wo ist die Grenze zwischen scharfem und zu scharfem Essen?

Ab wann ein Essen zu scharf ist, kann nur die Person selber entscheiden. Wie bereits erwähnt, hat jede Person eine andere Toleranz für Schärfe. Wenn du oft und viel scharfes isst, dann bist du viel besser daran gewöhnt und kannst auch viel schärfere Speisen vertragen als jemand, der nie scharf isst. Scharfes Essen hat viele positive Eigenschaften, unter anderem macht Chiliextrakt das Essen länger haltbar.

Chiliextrakt macht Essen länger haltbar.

Während zu scharfes Essen durchaus unangenehme körperliche Reaktionen hervorrufen kann. Neben dem äußerst unangenehmen Brennen in Mund, Rachen und Speiseröhre können Bauchkrämpfe, Verdauungsprobleme, Durchfall, Erbrechen oder Schwindel hinzu kommen.

Wenn diese Symptome einzeln oder zusammen auftreten, dann kannst du dir sicher sein, dass dein Essen zu scharf war. Tipps, um das brennende Gefühl im Mund zu bekämpfen oder deinem Gericht die Schärfe zu nehmen, erfährst du im Folgenden.

Zu scharfes Essen: 7 Tipps & Tricks um es milder zu machen

Wer sich für scharfes Essen begeistert, kennt sicher diesen Fall. Ein neues scharfes Gericht wird ausprobiert und beim würzen landen etwas zu viele scharfe Zutaten im Topf oder in der Pfanne, als geplant.

Das Essen ist kaum noch genießbar, denn die Schärfe übertüncht den eigentlichen Geschmack des Gerichts. Das ist ärgerlich, aber es gibt Mittel und Wege, um die Schärfe in deinem Essen zu mildern.

Essen zu scharf

Ein Teller Nachos mit Freunden ist doch etwas Feines. Aber was ist zu tun, wenn der Dipp zu scharf ist und deine Gäste in feuerspuckende Drachen verwandelt? Unsere 7 Tipps können dir helfen! (Bildquelle: Dayvison de Oliveira Silva/ Pexels)

Mit den Folgenden Tipps kannst du der Schärfe in deinem Essen und deinem Mund entgegen wirken. Die Tipps sind eher darauf ausgerichtet, wie man ein zu scharf gewordenes Gericht mildert. Wenn du gegen die Schärfe im Mund eine andere Lösung als Milch trinken und Quark essen brauchst, dann sieh dir unbedingt unseren Pro Tipp an!

1. Tipp: Mit Milchprodukten

Milch Trinken ist der Klassiker in der Schärfebekämpfung. Er funktioniert am besten bei Schärfe aus Chilis oder Pfeffer. Milch einfach trinken und für einen Moment im Mund behalten.

Joghurt oder Quark sind auch beliebte und gut funktionierende Entschärfer. Es kommt bei den Milchprodukten darauf an, dass sie möglichst viel Fett haben. Zu scharfe Gerichte lassen sich mit Schand, Milch oder Quark verdünnen und abmildern.

2. Tipp: Mit Fett

Fett ist ein wichtiger Geschmacksträger im Essen. So wie der Geschmack, sammelt sich auch die Schärfe im Fett. Wenn du also eine zu scharfe Suppe oder Soße gekocht hast, kannst du das oben schwimmende Fett abschöpfen und so wird dein Essen milder.

3. Tipp: Mit einer Kartoffel

Mit der Stärke aus Kartoffeln und anderen Gemüse Sorten wie Karotten lässt sich die Schärfe gut binden. Du kannst einfach eine Kartoffel und ein paar Mähren halbieren und in das zu scharf geratene Gericht geben.

Das Gericht mit den Kartoffeln und die Möhren lässt du mit dem Essen einmal aufkochen und dann noch kurz ziehen. Dann nimmst du die Möhren und Kartoffeln wieder raus und kannst dein nun weniger scharfes Gericht servieren.

4. Tipp: Mit etwas Zucker oder Honig

Einfach etwas Honig oder Zucker in ein zu scharf gewordenes Essen einrühren. Der Zucker mildert die Schärfe etwas ab und verändert den eigentlichen Geschmack des Gerichtes bei sparsamem Einsatz nicht.

Die Süße von Honig und Zucker kann zu scharfes Essen etwas abmildern. (Bildquelle: stevepb / Pixabay)

5. Tipp:  Mit Wein oder Brühe

Zum verdünnen von Suppen oder Soßen eignet sich Wein oder Brühe sehr gut. Diese Zutaten lassen sich gut unter zu scharfes Essen mischen, ohne den Geschmack zu verfälschen.

6. Tipp: Mit deftigen Beilagen

Wenn die Schärfe in deinem Gericht gerade so an der Grenze ist, aber du z.B. Gäste hast, die nicht so an Schärfe gewöhnt sind wie du, dann reiche einfach deftige Beilagen zu deinem Gericht. Wirkungsvoll gegen die Schärfe sind Brot, Milch, Bananen und Weintrauben.

7. Pro-Tipp: Toast mit Mascarpone

Du schmierst einfach Mascarpone auf ein ungetoastetes Toastbrot. Die fetthaltige Mascarpone neutralisiert einiges an Schärfe im Mund. Das Toastbrot hat einen eher mechanischen Effekt, denn es wischt beim Essen die Schärfe von der Zunge. Bei Chili-Essen-Wettbewerben stellte sich das Mascarpone Toast als mit am Besten gegen Schärfe heraus.(1)

Gesundheitliche Aspekte von zu scharfem Essen

An sich ist scharfes Essen für gesunde Menschen nicht gefährlich. Zu scharfes Essen kann bei empfindlichen Menschen oder Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen zu Problemen führen.

Bei zu scharfem Essen können die Geschmacksnerven Schaden nehmen. Bei Menschen mit Magenschleimhaut Entzündung oder jeglichen Formen von Gastritis(6) können sich die Symptome drastisch verschlimmern. Wer an Sodbrennen leidet, sollte zu scharfes Essen lieber vermeiden.(2)

Scharfes Essen hat mehr positive Eigenschaften als negative.

Es soll sogar das Sterberisiko senken, aber Studien zu diesem Thema konnten noch keine eindeutigen Beweise liefern.(3) Wie bereits im Vorhergehenden erwähnt, wird die Schärfe im Essen von jedem Mensch anders empfunden. Die Toleranz für sehr scharfes Essen lässt sich trainieren und passt sich unseren Gewohnheiten an.(4)

Für wen kann zu scharfes Essen gefährlich sein?

Generell gilt das Lebensmittel Chili als ungefährlich zum Essen.(5)Neuere Forschungen beschäftigen sich mit den positiven Effekten von scharfem Essen auf Herz-Kreislauf Erkrankungen und Arteriosklerose.(7) Scharfes Essen regt auch den Stoffwechsel an.

Der Verzehr von zu scharfem Essen führt allerdings immer zu irgendeiner körperlichen Reaktion. Wie schwerwiegend diese ist, kommt auf die Menge und die Art des Chilis an. Von Durchfall bis Ohnmacht ist alles möglich. Verbreitet sind Magen- und Verdauungsprobleme von Erbrechen bis Durchfall.

Essen zu scharf

Bei der Wahl der Chilis zum würzen deines Gerichtes solltest du gut aufpassen. Du könntest aus Versehen das Ghost-Chili aus Indien erwischen, welches eines der schärfsten Chilis der Welt ist! (Bildquelle: Vanessa Loring 59 / pexels)

In extremen Fällen kann viel zu scharfes Essen einen Schock hervorrufen und Atemnot, Schwindel, und Ohnmacht erzeugen. In diesen Fällen sollte schleunigst ein Arzt aufgesucht werden. Meldungen über tödliche Reaktionen auf zu scharfes Essen gab es auch schon, sind aber meistens in Kombination mit einer anderen Erkrankung, z.B. einer Allergie, aufgetreten.(8, 10)

Was ist in der Schwangerschaft bei zu scharfem Essen zu beachten?

Besonders in der Schwangerschaft, wo der Körper generell außergewöhnliche Leistungen verbringen muss, sollten schädliche oder störende Stoffe vermieden werden. Es gibt viele Ratgeber für eine fitte und gesunde Schwangerschaft. Wie alles extreme, sollte das Essen von zu scharfem Essen in der Schwangerschaft vermieden werden.

Starke oder gefährliche Reaktionen auf zu scharfes Essen können Mutter und Kind gleichermaßen schaden. Allerdings ist der gelegentliche Verzehr von mildem bis scharfem Essen auch für schwangere Frauen nicht gefährlich und kann sogar den Zuckerspiegel stabilisieren und damit das Risiko für Diabetes abmildern.(9)

Dürfen Kinder sehr oder zu scharfes Essen essen?

Kinder sollten generell keine zu scharf gewürzten Speisen essen. Bei Kindern und Kleinkindern muss sich das Verdauungssystem erst langsam an Gewürze und vor allem an Schärfe gewöhnen. Kinder reagieren daher meist viel stärker auf Schärfe als Erwachsene und sollten deswegen eher milde oder gar keine scharfen Speisen essen. Auch bei Kindern sollte auf eventuell vorhandene Allergien gegen Gewürze geachtet werden.(11)

Fazit

Wenn du bis jetzt ein Fan von schön scharfem Essen warst, dann kannst du das gerne bleiben. Ein Wettessen mit den extra scharfen Weltrekord-Chilis aus Afrika oder China solltest du hingegen lassen.

Im Internet gibt es schon genug Videos von Schärfe-Unfällen. Obwohl Chilis und ihr Capsaicin Extrakt nicht als gefährlich eingestuft sind,(12) können zu scharfe Speisen doch einige ungewollte und gefährliche körperliche Reaktionen provozieren. Also bleib mein Chili lieber auf der sicheren Seite.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Scharfes Essen hat seine Vorzüge, aber zu scharfes Essen solltest du lieber vermeiden. Außerdem: Das Beste Mittel gegen einen brennenden Mund ist ein Mascarpone Toast. Guten Appetit!

Bildquelle: Popov/ 123rf

Einzelnachweise (12)

1. Désirée J. Schneider, Ingrid Seuß-Baum, Elmar Schlich, Relationship between pungency and food components – A comparison of chemical and sensory evaluations, Food Quality and Preference, Volume 38, 2014, Pages 98-106, ISSN 0950-3293
Quelle

2. Surdea-Blaga T, Negrutiu DE, Palage M, Dumitrascu DL. Food and Gastroesophageal Reflux Disease. Curr Med Chem. 2019;26(19):3497-3511. doi: 10.2174/0929867324666170515123807. PMID: 28521699.
Quelle

3. Chopan M, Littenberg B (2017) The Association of Hot Red Chili Pepper Consumption and Mortality: A Large Population-Based Cohort Study. PLoS ONE 12(1): e0169876. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0169876
Quelle

4. Duan G, Wu Z, Duan Z, Yang G, Fang L, Chen F, Bao X, Li H. Effects of Spicy Stimulation and Spicy-Food Consumption on Human Pain Sensitivity: A Healthy Volunteer Study. J Pain. 2020 Jul-Aug;21(7-8):848-857. doi: 10.1016/j.jpain.2019.11.011. Epub 2019 Nov 26. PMID: 31783132.
Quelle

5. Drugs and Lactation Database (LactMed) [Internet]. Bethesda (MD): National Library of Medicine (US); 2006–. Capsicum. 2020 Aug 17. PMID: 30000884.
Quelle

6. Patcharatrakul T, Gonlachanvit S. Chili Peppers, Curcumins, and Prebiotics in Gastrointestinal Health and Disease. Curr Gastroenterol Rep. 2016 Apr;18(4):19. doi: 10.1007/s11894-016-0494-0. PMID: 26973345.
Quelle

7. Tsui PF, Lin CS, Ho LJ, Lai JH. Spices and Atherosclerosis. Nutrients. 2018 Nov 10;10(11):1724. doi: 10.3390/nu10111724. PMID: 30423840; PMCID: PMC6266658.
Quelle

8. Skypala IJ. Food-Induced Anaphylaxis: Role of Hidden Allergens and Cofactors. Front Immunol. 2019 Apr 3;10:673. doi: 10.3389/fimmu.2019.00673. PMID: 31001275; PMCID: PMC6457317.
Quelle

9. Yuan LJ, Qin Y, Wang L, Zeng Y, Chang H, Wang J, Wang B, Wan J, Chen SH, Zhang QY, Zhu JD, Zhou Y, Mi MT. Capsaicin-containing chili improved postprandial hyperglycemia, hyperinsulinemia, and fasting lipid disorders in women with gestational diabetes mellitus and lowered the incidence of large-for-gestational-age newborns. Clin Nutr. 2016 Apr;35(2):388-393. doi: 10.1016/j.clnu.2015.02.011. Epub 2015 Mar 2. PMID: 25771490.
Quelle

10. Chen JL, Bahna SL. Spice allergy. Ann Allergy Asthma Immunol. 2011 Sep;107(3):191-9; quiz 199, 265. doi: 10.1016/j.anai.2011.06.020. Epub 2011 Aug 4. PMID: 21875536.
Quelle

11. Fiocchi A, Dahdah L, Martelli A, Mazzina O, Manzotti G. Spice allergies in children. Ann Allergy Asthma Immunol. 2014 Jan;112(1):72-3. doi: 10.1016/j.anai.2013.10.006. Epub 2013 Oct 30. PMID: 24331398.
Quelle

12. Final report on the safety assessment of capsicum annuum extract, capsicum annuum fruit extract, capsicum annuum resin, capsicum annuum fruit powder, capsicum frutescens fruit, capsicum frutescens fruit extract, capsicum frutescens resin, and capsaicin. Int J Toxicol. 2007;26 Suppl 1:3-106. doi: 10.1080/10915810601163939. PMID: 17365137.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wissenschaftliche Review
Désirée J. Schneider, Ingrid Seuß-Baum, Elmar Schlich, Relationship between pungency and food components – A comparison of chemical and sensory evaluations, Food Quality and Preference, Volume 38, 2014, Pages 98-106, ISSN 0950-3293
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Wissenachftlcihe Studie
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Wissenschaftliche Studie
Chopan M, Littenberg B (2017) The Association of Hot Red Chili Pepper Consumption and Mortality: A Large Population-Based Cohort Study. PLoS ONE 12(1): e0169876. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0169876
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Wissenschaftliche Studie
Duan G, Wu Z, Duan Z, Yang G, Fang L, Chen F, Bao X, Li H. Effects of Spicy Stimulation and Spicy-Food Consumption on Human Pain Sensitivity: A Healthy Volunteer Study. J Pain. 2020 Jul-Aug;21(7-8):848-857. doi: 10.1016/j.jpain.2019.11.011. Epub 2019 Nov 26. PMID: 31783132.
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Wissenschaftliche Studie
Yuan LJ, Qin Y, Wang L, Zeng Y, Chang H, Wang J, Wang B, Wan J, Chen SH, Zhang QY, Zhu JD, Zhou Y, Mi MT. Capsaicin-containing chili improved postprandial hyperglycemia, hyperinsulinemia, and fasting lipid disorders in women with gestational diabetes mellitus and lowered the incidence of large-for-gestational-age newborns. Clin Nutr. 2016 Apr;35(2):388-393. doi: 10.1016/j.clnu.2015.02.011. Epub 2015 Mar 2. PMID: 25771490.
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Wissenschaftlicher Review
Chen JL, Bahna SL. Spice allergy. Ann Allergy Asthma Immunol. 2011 Sep;107(3):191-9; quiz 199, 265. doi: 10.1016/j.anai.2011.06.020. Epub 2011 Aug 4. PMID: 21875536.
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Wissenschaftlicher Review
Final report on the safety assessment of capsicum annuum extract, capsicum annuum fruit extract, capsicum annuum resin, capsicum annuum fruit powder, capsicum frutescens fruit, capsicum frutescens fruit extract, capsicum frutescens resin, and capsaicin. Int J Toxicol. 2007;26 Suppl 1:3-106. doi: 10.1080/10915810601163939. PMID: 17365137.
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