Zuletzt aktualisiert: 15. April 2021

Magnesium ist ein lebenswichtiges Mineral. In unserem Körper sorgt es für einen gesunden Energiestoffwechsel und stärkt die Muskel- und Nervenfunktionen. Da wir Magnesium allerdings nicht selbst produzieren können, ist eine angemessene Aufnahme durch die Nahrung essenziell.

Eine Überdosierung an Magnesium kann jedoch zu unangenehmen Nebenwirkungen führen. Wie diese ausschauen, wie oft sie vorkommen und wie du Nebenwirkungen von Magnesium vorbeugen kannst, erklären wir dir in diesem Artikel.




Das Wichtigste in Kürze

  • Magnesium ist ein Mineral, das in unserem Körper für eine gesunde Funktion der  Nerven und Muskeln zuständig ist und die Herztätigkeit, sowie den Knochenaufbau stärkt. Der Körper kann den Mineralstoff allerdings nicht selbst herstellen, weshalb er durch die Nahrung oder Supplements aufgenommen werden muss (1).
  • Nebenwirkungen von Magnesium sind relativ gering und schwach und treten nur bei einer zu hohen Menge an Magnesium im Körper auf. Bei einer zu hoch dosierten Einnahme können Nebenwirkungen wie Durchfall oder Blutdruckabfall vorkommen.
  • Ist deine Nierenfunktion eingeschränkt, können die Nebenwirkungen stärker ausfallen, da überschüssiges Magnesium nicht abgebaut werden kann. Es kann zu gefährlicher Blutdrucksenkung oder Nierenversagen kommen.

Nebenwirkungen von Magnesium: Was du wissen solltest

Um alle Zweifel aufzuräumen haben wir im Folgenden alle wichtigen Fragen rund um das Thema Nebenwirkungen von Magnesium zusammengestellt und für dich beantwortet.

Welche Nebenwirkungen von Magnesium gibt es?

Nebenwirkungen einer Magnesiumeinnahme sind generell eher selten und treten nur bei einer Überdosierung auf. Ist eine zu hohe Menge im Körper vorhanden, kann es zu diversen schwachen Nebenwirkungen kommen. Die häufigste von ihnen ist weicher Stuhlgang bzw. Durchfall (2, 3).

betroffenes Organ Nebenwirkung
Verdauungstrakt Durchfall, Blähungen, Übelkeit
Blase Harndrang
Blutdruck senkende Wirkung
Psyche Müdigkeit, Trägheit

Wann treten Nebenwirkungen von Magnesium auf?

Die Nebenwirkungen von Magnesium treten meist nur bei einer überdosierten Einnahme des Minerals auf. Bis zu einer Menge von 300 – 400 mg ist Magnesium unschädlich, da unser Körper alles Überschüssige einfach ausscheiden kann.

Die häufigste Nebenwirkung von Magnesium ist Durchfall. Dieser ist jedoch unbedenklich und dient nur dem Ausscheiden einer überschüssigen Magnesiumsmenge im Körper. (Bildquelle: Jasmin Sessler / Unsplash)

Liegt die Einnahme über dieser beschriebenen Dosis, kann es zu leichten Nebenwirkungen wie Durchfall oder einem Müdigkeitsgefühl kommen. Diese Nebenwirkungen werden durch das Ausscheiden der überschüssigen Menge hervorgerufen.

Sind die Nebenwirkungen von Magnesium gefährlich?

Nebenwirkungen treten prinzipiell aus dem Grund auf, dass eine zu hohe Magnesiums Menge im Körper vorhanden ist, die ausgeschieden werden muss.

Die Nebenwirkungen, die bei einer Überdosierung auftreten, sind weitaus unbedenklich.

Durchfall oder Erbrechen als häufigste Nebenwirkungen sind deshalb ein Zeichen, dass die maximale Menge, die der Körper aufnehmen kann, erreicht ist. Sie verschwinden, sobald du deine Magnesiums Zufuhr reduzierst.

Leidest du an einer Funktionsstörung der Niere, können Nebenwirkungen allerdings schwerwiegender sein, da überschüssiges Magnesium nicht abgebaut werden kann und im Körper bleibt. Eine nicht abgebaute Überdosis Magnesium kann unter anderem zu einem gefährlich niedrigem Blutdruck führen. Suche in diesem Fall einen Arzt auf (4).

Kann man von Magnesium Durchfall bekommen?

Die häufigste Nebenwirkung einer Magnesium- Überdosierung ist Durchfall. Dies ist unbedenklich, jedoch ein Anzeichen dafür, dass der Körper kein Magnesium mehr aufnehmen kann. Du solltest deine Dosis reduzieren, bis der Durchfall abklingt.

Leidest du an chronischem Durchfall nach deiner Magnesiums Einnahme, kann es zu Dehydrierung und Vitaminmangel kommen. Trinke genug Wasser und suche Ihren Hausarzt auf (5).

Gibt es Nebenwirkungen von Magnesium für die Haut?

Bei wenigen Personen tritt nach einer Magnesiumeinnahme ein Hautausschlag auf. Es ist jedoch sehr umstritten, ob dieser direkt auf das Mineral zurückzuführen ist. Dieses wirkt nämlich eigentlich gegenteilig und kann entzündungshemmend sein, da es sogenannte Antioxidantien enthält. Diese wirken auch der Faltenbildung entgegen.

Die Auswirkungen von Magnesium auf die Haut sind demnach eher positiv und du hast bei der Einnahme eines Magnesium- supplements in dieser Hinsicht nichts zu befürchten.

Hat Magnesium Nebenwirkungen für Kinder oder Schwangere?

Für Kinder und Schwangere bestehen prinzipiell die gleichen Nebenwirkungen von Magnesium wie für Erwachsene. Allerdings ist der Bedarf unterschiedlich, weshalb die Nebenwirkungen ab einer kleineren bzw. größeren Menge des Minerals auftreten. Sobald die maximale Menge, die der Körper aufnehmen kann, erreicht ist, wird überschüssiges Magnesium ausgeschieden, was zu Nebenwirkungen wie Durchfall führt.

Kindern bis 13 Jahren wird eine tägliche Dosis von 130 bis 250 mg Magnesium empfohlen. Schwangere haben einen etwas höheren Bedarf als andere Erwachsene und sollten am Tag etwa 310 mg Magnesium zu sich nehmen.

Alter Bedarf
Kinder bis 13 Jahrer 130 bis 250 mg
Jugendliche ab 13 Jahren 310 bis 400 mg
Erwachsene 300 bis 400 mg
Schwangere 310 mg

Werden diese empfohlenen Mengen deutlich überschritten, treten bei Kindern sowie Schwangeren Nebenwirkungen wie Durchfall, Harndrang oder Trägheit auf (6).

Hat eine Überdosierung von Magnesium Nebenwirkungen?

Eine Magnesium Überdosierung im Körper tritt nur in sehr seltenen Fällen auf, da ein Überschuss des Minerals in der Regel durch den Urin oder den Darm wieder ausgeschieden wird. Wird eine Magnesiumdosis eingenommen, die über der empfohlenen Menge von 300 bis 400 mg pro Tag liegt, kann es zu leichten Nebenwirkungen kommen. Zu diesen zählen Beschwerden des Magen- Darm- Trakts oder ein andauerndes Müdigkeitsgefühl.

Eine hohe Überdosierung ist jedoch durch die Einnahme von Supplements fast unmöglich.

Meist kommt es zu einer gefährlichen Übermenge Magnesium im Körper nur durch Injektionen oder magnesiumhaltige Medikamente. Eine solch hohe Überdosierung kann zu schwerwiegenden Nebenwirkungen, wie Nierenversagen führen. Dies ist jedoch sehr selten und tritt meist nur auf, wenn die Nieren an einer Funktionsstörung leiden, und überschüssiges Magnesium nicht effizient genug abgebaut werden kann.

Hast du versehentlich eine zu große Dosis Magnesium eingenommen, keine Angst. Dein Körper scheidet den Überschuss ohne Probleme über den Urin oder den Darm wieder aus. Wenn du jedoch an einer Funktionsstörung der Niere leidest, suche einen Arzt auf (7).

Hat die Einnahme von Magnesium mit Calcium Nebenwirkungen?

Eine gleichzeitige Einnahme von Magnesium und Calcium ist sinnvoll, da sich beide Minerale in ihrer Wirkungsweise ergänzen und unterstützen. Calcium stärkt vor allem die Knochen und Zähne. Nimmt man beide Mineralstoffe in passenden Mengen durch die Nahrung oder auch Nahrungsergänzungsmittel auf, sind keine Nebenwirkungen zu befürchten.

Die empfohlene Tagesdosis für durchschnittliche Erwachsene liegt bei 300 bis 400 mg Magnesium und 1000 mg Calcium. Diese Menge sollte nicht über- oder unterschritten werden (8).

Hat die Einnahme von Magnesium mit Kalium Nebenwirkungen?

Magnesium sowie Kalium haben eine stabilisierende Wirkung auf unseren Herzrhythmus. Beide Mineralien ergänzen sich demnach und verstärken ihre Wirkungen.

Halte jedoch vor einer Einnahme Absprache mit deinem Arzt! Wird eine falsche Dosierung eingenommen und steigt der Kaliumspiegel zu sehr, wird der Herzschlag zu langsam und es kommt im schlimmsten Fall zum Herzstillstand.

Ein Erwachsener sollte die empfohlene Dosis von 4000 mg Kalium pro Tag nicht überschreiten. Für eine individuelle Anpassung der Dosierung empfiehlt sich jedoch ein Gespräch mit deinem Hausarzt (9).

Hat Magnesiumchlorid Nebenwirkungen?

Magnesiumchlorid kann im Unterschied zu Magnesiumsupplements auch äußerlich auf der Haut angewendet werden. Wird es im Wasser aufgelöst, kann es als Badezusatz oder Öl dienen. Durch die äußerliche Anwendung lassen sich Nebenwirkungen wie Durchfall vermeiden.

Für eine Erhaltung des gesunden Magnesiumspiegels können Sie Ihren Körper ein bis zwei mal täglich mit 10 bis 20 ml Magnesiumöl eincremen.

Welche Nebenwirkungen haben die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten?

Die Magnesiums Einnahme erfolgt in erster Linie durch die Ernährung. Möchtest du zusätzliches Magnesium zu dir nehmen, da ein erhöhter Bedarf besteht, kann dies oral oder über die Haut passieren.

Zur oralen Einnahme gehören

  • Magnesiumtabletten
  • Magnesiumkapseln
  • Magnesiumdragees
  • Magnesiumpulver

Diese Präparate können individuell dosiert werden. Sie werden in Wasser aufgelöst und getrunken. Somit kann der Körper sie schnell und effizient aufnehmen. Zu einer Überdosierung kommt es kaum, da der Körper nur etwa 30 % des Magnesiums aufnehmen kann und überschüssiges Magnesium einfach wieder ausgeschieden wird. Es kommt demnach zu Nebenwirkungen wie Durchfall, Erbrechen oder Müdigkeit. Voraussetzung ist eine funktionierende Niere.

Für die äußerliche Anwendung auf der Haut eignen sich

  • Magnesium Öle
  • Magnesiumchlorid

Diese beiden Präparate werden auch in Wasser aufgelöst und können in Form eines Fußbads, Badezusatzes oder Magnesiumsprays verwendet werden.

Eine Möglichkeit Magnesium einzunehmen ist Magnesiumpulver, das im Wasser aufgelöst und getrunken werden kann. (Bildquelle: HowToGym / Unsplash)

Durch die Anwendung auf der Haut ist der Körper nicht auf die Aufnahmefähigkeit des Darms angewiesen. Es können also 100 % des Magnesiums aufgenommen werden und Nebenwirkungen wie Durchfall sind nicht zu befürchten (10).

Fazit

Magnesium ist ein essenzielles Mineral für diverse Prozesse unseres Körpers. Seine Einnahme ist im Großen und Ganzen unbedenklich und verläuft ohne Nebenwirkungen. Nebenwirkungen treten nur auf, wenn ein Magnesiumüberschuss im Körper herrscht und dieser Ausgeschieden werden muss. Das erfolgt durch den Urin oder Darm, was zu übermäßigem Harndrang und Durchfall führt. Dies sind die häufigsten Nebenwirkungen, die beide jedoch unbedenklich sind und nach einer Reduzierung der zugeführten Magnesiumsmenge verschwinden.

Leidest du an einer Funktionsstörung der Niere, solltest du einen Überschuss an Magnesium jedoch in jedem Fall vermeiden, da dieser nicht ohne Probleme ausgeschieden werden kann. Es können stärkere Nebenwirkungen, wie Nierenversagen oder eine gefährliche Senkung des Blutdrucks auftreten.

Bildquelle: Diana Polekhina / Unsplash

Einzelnachweise (10)

1. Dr. med. Dominik Dotzauer: Magnesium – Wirkung, Studien, Einnahme
Quelle

2. Dr. Nicolas Gumpert (2020): Magnesium
Quelle

3. Zhang X, et al. (2016): Effects of magnesium supplementation on blood pressure. Hypertension; DOI: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.116.07664.
Quelle

4. Domke A. et.al (2004): Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte; BfR Wissenschaft
Quelle

5. Roffe C., Sills S., Crome P, Jones P. (2002): Randomised, cross-over, placebo controlled trial of magnesium citrate in the treatment of chronic persistent leg cramps. In: Med. Sci. Monit. 8: CR326-330.
Quelle

6. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2020)
Quelle

7. Wießenborn A. et. al. (2018): Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln, In: Journal of Consumer Protection and Food Safety volume 13, p. 25–39
Quelle

8. O‘Donnell & Smith (1973): Uptake of Calcium and Magnesium by rat duodenal mucosa analysed by means of competing metals, DOI: 10.1113/jphysiol.1973.sp010164
Quelle

9. Passweg J.: Magnesium
Quelle

10. Bakker S. J. et. al. (2019) :Effects of magnesium citrate, magnesium oxide and magnesium sulfate supplementation on arterial stiffness in healthy overweight individuals: a study protocol for a randomized controlled trial; DOI: 10.1186/s13063-019-3414-4
Quelle

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wissenschaftlicher Artikel
Dr. med. Dominik Dotzauer: Magnesium – Wirkung, Studien, Einnahme
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Dr. Nicolas Gumpert (2020): Magnesium
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Klinische Studie
Zhang X, et al. (2016): Effects of magnesium supplementation on blood pressure. Hypertension; DOI: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.116.07664.
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wissenschaftliche Untersuchung
Domke A. et.al (2004): Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte; BfR Wissenschaft
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klinische Studie
Roffe C., Sills S., Crome P, Jones P. (2002): Randomised, cross-over, placebo controlled trial of magnesium citrate in the treatment of chronic persistent leg cramps. In: Med. Sci. Monit. 8: CR326-330.
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wissenschaftlicher Artikel
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2020)
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klinische Studie
Wießenborn A. et. al. (2018): Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln, In: Journal of Consumer Protection and Food Safety volume 13, p. 25–39
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klinische Studie
O‘Donnell & Smith (1973): Uptake of Calcium and Magnesium by rat duodenal mucosa analysed by means of competing metals, DOI: 10.1113/jphysiol.1973.sp010164
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Passweg J.: Magnesium
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klinische Studie
Bakker S. J. et. al. (2019) :Effects of magnesium citrate, magnesium oxide and magnesium sulfate supplementation on arterial stiffness in healthy overweight individuals: a study protocol for a randomized controlled trial; DOI: 10.1186/s13063-019-3414-4
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