Candida Diät
Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2021

Die Candida-Diät ist eine Diät, um den Candida-Pilz zu bekämpfen. Vor allem der Candida albicans hat in den letzten Jahren sehr viel Aufmerksamkeit erregt. Dieser soll für eine Reihe von Symptomen, angefangen von Verdauungs-Beschwerden bis hin zu psychischen Leiden verursachen.

In diesem Artikel erklären wir dir, für Beschwerden der Candida-Pilz tatsächlich verursachen kann. Darüber hinaus gehen wir auf die Candida-Diät ein. Wir klären auf, welche Vorsichtsmaßnahmen du treffen solltest und wie du die Diät am besten durchhältst.




Das Wichtigste in Kürze

  • Der Candida-Pilz ist ein Hefepilz, der sich auf der Haut, den Schleimhäuten oder im Darm einnistet. Es ist sehr umstritten, ob es bei gesunden Menschen zu Beschwerden kommen kann.
  • Die Candida-Diät ist eine kohlenhydrat-arme Ernährung. Es konnte aber nicht wissenschaftlich belegt werden, dass es eine direkte Wirkung auf den Candida-Pilz hat.
  • Die Diät sollte in Absprache mit einem Arzt geschehen, um mögliche gesundheitliche Risiken auszuschließen. Es sollte ein ganzheitlicher Ansatz bei der Behandlung verfolgt werden.

Definition: Was ist Candida?

Candida ist ein Hefe-Pilz, der die Haut, den Darm oder die menschlichen Schleimhäute befällt. Die meisten Menschen tragen diesen Parasiten aber bereits im Körper. Mit dem Candida-Pilz kommt es aber meistens erst zu Beschwerden, sobald sich der Pilz stark ausgebreitet hat. Es gibt mehrere Arten des Candida. Dabei ist der Candida albicans am weitesten verbreitet (1).

Hintergründe: Was du über Candida und die Antipilz-Diät wissen solltest

Die Candida-Diät ist eine spezielle Diät-Form, die den Pilz-Befall im Darm lindern soll. Dabei gibt es einiges zu beachten, um evtl. gesundheitlichen Folgen zu verhindern. Im Folgenden Abschnitt geht es um die Hintergründe der Candida-Diät.

Wofür solltest du eine Candida-Diät machen?

Die Candida-Diät ist keine Diät, die als primäres Ziel den Gewichtsverlust anstrebt. Vielmehr geht es darum, den Hefepilz zu verkleinern, um die Beschwerden zu lindern. Bisher konnte aber nicht wissenschaftlich bestätigt werden, dass Ernährungsfaktoren die Pilz-Besiedelung im Darm direkt beeinflussen (1).

Eine starke Candida-Wucherung wird mit bestimmten Symptomen und Beschwerden in Verbindung gebracht. Diese wurden allerdings noch nicht wissenschaftlich bestätigt oder widerlegt (1).

Je nachdem, wie stark der Candida-Befall bei dir ausgeprägt ist, solltest du eine Behandlung in Betracht ziehen. Stimmen deine Symptome mit den aufgezählten Punkten aus unserem Beitrag überein, empfehlen wir dir hierfür einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann dein individuelles Krankheitsbild analysieren und eine korrekte Behandlung verordnen.

Im Normalfall sollte es bei Menschen mit einem starken Immunsystem zu keiner Candida-Wucherung kommen. In der Regel sollte es deshalb gesundheitlich unbedenklich sein. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind anfällig für einen Pilz-Befall. Dabei werden intensivere gesundheitliche Folgen vermutet (1).

Die meisten Beschwerden, die mit einer Candida-Besiedelung in assoziiert werden, sind nicht wissenschaftlich nicht ausreichend belegt (1). Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass der Hefepilz das Immunsystem chronisch belastet (4), dass er Allergien (3) und Zöliakie (2) auslösen kann.

Außerdem scheint es einen Zusammenhang zwischen bestimmten chronischen Beschwerden und Candida im Darm zu geben (1).

Sollte das Immunsystem durch einen Candida-Befall geschwächt werden, könnte es langfristig zu einer Anfälligkeit gegenüber anderen Erkrankungen führen.

Eine Ernährungsumstellung kann zahlreiche positive gesundheitliche Vorteile bringen.

Die Behandlung des Candida-Pilzes ist sehr umstritten. In mehreren Untersuchungen wurden Verdauungs-Beschwerden, die dem “Candida-Syndrom” zugeordnet werden können, erfolgreich therapiert.

Dabei wurden Medikamente gegen den Pilzbefall eingesetzt. Allerdings sind die Studien nicht sehr aussagekräftig, weil der Pilz nicht als die Hauptursache der Beschwerden festgelegt werden konnte (1).

In dem Zusammenhang konnte nicht nachgewiesen werden, dass der Hefepilz etwas mit den assoziierten Symptomen zu tun hat. Andererseits konnte kein direkter Zusammenhang zwischen Ernährung und dem Candida im Darm entdeckt werden.

Allerdings wurde damit auch nicht die Wirkung der Ernährung auf die Symptome untersucht. Deshalb ist es möglich, dass die Ernährung dennoch ein Linderung der Beschwerden bewirken kann (11).

Was sind die Ursachen eines Candida-Befalls?

Wie schon vorher erwähnt, haben ca. 50% der Menschen den Hefe-Pilz bereits im Körper. Überwiegend handelt es sich um die Unterart Candida albicans (1). Doch die meisten Menschen sind sich dem nicht bewusst und haben keinerlei Beschwerden. Hierbei gilt es zu unterscheiden, wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind, um die Notwendigkeit einer Behandlung abzuschätzen.

Die Ausbreitung des Pilzes hängt maßgeblich von der Stärke des Immunsystems ab. Je schwächer das Immunsystem, desto leichter kann sich der Pilz ausbreiten und desto schwerer sind die Beschwerden. Deshalb leiden hauptsächlich Neugeborene (6), alte oder sehr kranke Menschen darunter. Menschen mit einem gesunden Immunsystem haben keine Beschwerden zu erwarten.

Die Symptome einer Candida-Infektion sind sehr vielfältig und können mehrere Ursachen haben.

Vor allem Krebspatienten nach einer Chemotherapie oder bei Aids-Patienten ist daher eine Candida-Infektion häufig vorzufinden. Dabei ist der Fortschritt und die Therapieform ausschlaggebend, ob ein Candida-Risiko besteht (5).

Entgegen vieler Vermutungen gehören Diabetes-Mellitus-Patienten nicht zu der Risikogruppe (7). Darüber hinaus kann eine Candida-Wucherung u.a. durch das Rauchen begünstigt werden (8).

Die Hauptvoraussetzung für das gedeihen des Candida-Pilzes ist die Schwächung des Immunsystems. Dabei gibt es unzählige Ursachen, die das Immunsystem negativ beeinträchtigen. Insbesondere besteht die Gefahr nach einer langen Einnahme von Antibiotika.

Denn die Darmflora wird dadurch negativ beeinträchtigt, wodurch die Wahrscheinlichkeit für eine Pilz-Infektion erhöht wird (9).

Was sind die Symptome bei Candida?

Anfang der 80er Jahre stellte C.O. Truss verschiedene Thesen bezüglich des Candida-Pilzes auf. Er war der Meinung, dass dessen Besiedelung zahlreiche Verdauungs-Beschwerden bis zu psychischen Symptomen verursachen könne. Er ging davon aus, dass durch den Hefepilz Gase und Gifte freigesetzt werden und die Darmwand geschwächt wird.

Diese Annahmen sind aus heutiger Sicht nicht mehr wissenschaftlich haltbar. Inzwischen wird sogar die Existenz des Candida-Syndroms bezweifelt (1). Dennoch sind die typischen Symptome des “Candida-Syndroms” weit verbreitet.

Hier stellen wir dir die  Symptome eines Candida-Befalls vor, die auf wissenschaftliche Ursprungs sind:

  • Diarrhöe: der Zusammenhang zwischen Candida und Diarrhöe konnte noch nicht umfassend bestätigt werden. Die Studien sind hierbei nicht sehr hochwertig (10).
  • Sprue / Zöliakie: es wird vermutet, dass Candida ein Auslöser für die gluten-sensitive Sprue/Zöliakie sein kann (2).

Im Folgenden zählen wir die Symptome auf, die vom alt-bekannten Candida-Syndrom stammen. Diese sind jedoch nicht wissenschaftlich belegt:

  • Blähungen
  • Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten
  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen

Solltest du diese Symptome bei dir regelmäßig wiederfinden, empfehlen wir dir einen Arzt aufzusuchen. Auch wenn es wahrscheinlich nichts mit dem Candida-Pilz zu tun hat, kann es sich dennoch um eine andere Ursache handeln. Ein Arzt kann dir hierbei helfen, in dem er der möglichen Ursache auf den Grund geht.

Wie ist der Ablauf der Candida-Diät?

Bei der Candida-Diät handelt es sich speziell um eine kohlenhydrat-arme Ernährungsform. Der Candida-Pilz ernährt sich hauptsächlich von Zucker und Kohlenhydraten. Durch die Candida-Diät soll ihm die Nahrungsgrundlage entzogen werden, wodurch er gezwungen sei zu schrumpfen.

Die Behandlung besteht oft aus einer Ernährungsumstellung. Zusätzlich werden Medikamente eingesetzt.

Candida Diät-1

Das Abnehmen ist bei der Candida-Diät eher ein Nebeneffekt. Es geht hier hauptsächlich um die Dezimierung der Pilze.
(Bildquelle: Siora Photography / Unsplash)

Die Dauer der Diät ist sehr individuell. Um einen Effekt zu erzielen, sollte sie mehrere Wochen konsequent durchgeführt werden. Um eine Mangel-Ernährung zu verhindern, empfehlen wir sie nicht länger als nötig durchzuführen. Sollte es zu einer Unterbrechung der Diät kommen, könnte es zu Verzögerung der Fortschritte kommen. Dadurch erhöht sich wiederum die Gefahr einer Mangel-Ernährung.

Du verhinderst eine Mangel-Ernährung, in dem du dich vielseitig und abwechslungsreich ernährst.

Die Dauer der Diät ist im Wesentlichen davon Abhängig, wie schnell die Fortschritte der Beschwerden eintreten. Das wiederum hängt von deiner Verdauung, der Effektivität der Medikamente, der Schwere des Candida-Befalls und natürlich von deinem Bemühen in der Diät ab.

Indem du besonders abwechslungsreich isst, kannst du dein Immunsystem und dein Verdauung anregen. Dadurch kannst du die Fortschritte der Diät beschleunigen. Wir empfehlen dir die Diät als Anlass zu nutzen, neue Essgewohnheiten zu implementieren und über den Tellerrand hinauszublicken. Es sollte nicht das Ziel sein in dieser Diät weniger zu essen, sondern andere Lebensmittel in deine Ernährung zu implementieren.

Welche Lebensmittel solltest während der Candida-Diät essen?

In diesem Abschnitt gehen wir darauf ein, welche Lebensmittel für die Diät geeignet sind und welche weggelassen werden sollten.

Milchprodukte

Das sind die Milchprodukte, die dir Vorteile und Nachteile in der Candida-Diät bringen:

Vorteile
  • Quark
  • Körniger Frischkäse
  • Kefir
  • Naturjoghurt
  • Milch
Nachteile
  • Gesüßte Milchprodukte
  • gesüßter Joghurt
  • etc.

Hierbei solltest du einfach darauf achten die Kohlenhydrate zu reduzieren. Die meisten Joghurts sind mit Zucker gesüßt und deshalb eher weniger zu empfehlen. Produkte wir Naturjoghurt und Kefir sind natürliche Probiotika, die deine Verdauung unterstützen (12).

Getränke:

Das sind die Getränke, die dir während der Candida-Diät empfehlen:

Vorteile
  • Wasser
  • Gemüsesaft (ungesüßt)
  • Tee (ungesüßt)
  • Diätlimonaden
Nachteile
  • Fruchtsäfte jeglicher Art
  • Limonade (gezuckert)
  • Alkohol

Bei den Getränken geht es darum den Zucker zu reduzieren. Sowohl Fruchtsäfte, Fruchtnektare als auch Limonade enthält unglaublich viel Zucker. Deshalb solltest du auf ungezuckerte Alternativen zurückgreifen.

Brot / Getreide / Stärkehaltige Lebensmittel

Brot-, Getreide- und Stärkehaltige Lebensmittel sind generell in der Candida-Diät nicht empfohlen. Diese solltest du vor allem in den ersten Wochen meiden. Danach kannst du zur Abwechslung die hier empfohlenen Lebensmittel in die Ernährung einbinden.

Vorteile
  • Vollkorn-Produkte
  • Haferflocken
Nachteile
  • Helles Bort
  • Süßes Gebäck
  • Weißer Reis
  • Speisestärke
  • Nudeln, Kartoffeln

Getreide-Produkte bestehen zum Großteil aus Kohlenhydraten und sind deshalb in der Candida-Diät unerwünscht. Im Bezug auf Vollkornprodukte gibt es geteilte Meinungen. Diese sind zwar auch kohlenhydrathaltig, enthalten aber mehr Ballaststoffe. Diese unterstützen die Verdauung und könnten bei der Ausscheidung von Candida mitwirken (13).

Fleisch / Wurst

Lebensmittel, die Fleisch beinhalten sind ein essenzieller Teil der Candida-Diät. Dennoch gibt es einiges zu beachten:

Vorteile
  • Fleisch
  • Zuckerfreie Wurst
Nachteile
  • Wurst mit Zucker oder Honig verarbeitet
  • panierte Fleischspezialitäten

Eine Panade besteht zum Großteil aus Weizen. Dadurch steigt der Anteil an Kohlenhydraten im Lebensmittel, was du eher vermeiden solltest.

Obst / Gemüse

Bei Obst und Gemüse ist die Einteilung etwas spezieller. Zu Beginn solltest du auf Obst verzichten. Nach ein paar Wochen kannst du dann gewisse Obstsorten in deine Ernährung einbauen. Die Einteilung sieht so aus:

Vorteile
  • Gemüse
  • Beeren
Nachteile
  • Obst

Obst besteht meistens zum Großteil aus Zucker. Deshalb solltest du Obst anfangs aus der Ernährung streichen. Nach einigen Wochen kannst du Obst, das weniger Zucker beinhaltet wieder integrieren. Wir empfehlen mit Beerenobst zu beginnen.

Worauf sollte man bei der Candida-Diät achten?

Zusammenfassend geht es darum die Kohlenhydrate aus der Ernährung zu eliminieren. Darunter zählt Zucker, Stärke und weitere Kohlenhydrate. Solltest du dir nicht sicher sein, schau dir die Nährwerttabelle auf der Rückseite des Produktes an oder vergleiche die Zutatenliste.

Dem Candida-Pilz wird nachgesagt, dass er in der Lage sei verschiedene Giftstoffe und Schwermetalle in sich aufzunehmen.

Grundsätzlich konnte diese Fähigkeit beobachtet werden. Ob es sich in einem gesundheits-gefährdenden Ausmaß befindet, konnte noch nicht belegt werden.(14).

Auf Grund der Aufnahmefähigkeit drohen diese Giftstoffe freigesetzt zu werden, sobald der Hefe-Pilz abstirbt. Dadurch ist es nicht auszuschließen, dass während der Diät Symptome wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Benommenheit verstärkt auftreten. Sollten diese Symptome auftreten, informiere dich am besten beim Arzt.

So gehst du nach der Candida-Diät vor

Es ist eher unwahrscheinlich, dass du durch diese Diät und Medikamente den Pilz zu 100% abtöten kannst. Es ist lediglich möglich diesen zu verkleinern (1). Kehrst du nach dieser Diät wieder zu alten Ernährungsgewohnheiten zurück, besteht deshalb die Gefahr, dass sich der Pilz erneut ausbreitet.

Deshalb ist es besonders ratsam diese Diät nicht als solche zu betrachten. Sehe es als Anreiz über den Tellerrand hinauszusehen und neues auszuprobieren. Ziel sollte es sein neue Essgewohnheiten zu etablieren, damit du langfristig deine Beschwerden minimieren kannst.

Es ist möglich, dass du in regelmäßigen Abständen gewisse Aspekte der Candida-Diät wieder einfließen lassen solltest.

Nach einer konsequenten Candida-Diät empfehlen wir, dass du vorerst nur bestimmte Lebensmittel in deine Ernährung hinzufügst. Dadurch bist du in der Lage zu beobachten, wie deine Verdauung auf die Lebensmittel reagiert. Somit kannst du Stück für Stück weitere Lebensmittel einwechseln.

Wir empfehlen die kritischen und stark zuckerhaltigen Lebensmittel immer mal wieder aus der Ernährung rauszunehmen, um einen Rückkehr der Beschwerden zu verhindern. Du solltest dich um eine allumfassende Ernährungsumstellung bemühen. Dadurch profitieren auch zahlreiche andere gesundheitliche Bereiche. Grundsätzlich solltest du weniger Zucker, Weizen und Alkohol zu dir nehmen.

Candida-Diät: mit diesen Tipps kannst du die Diät durchhalten

Vor allem in den ersten Wochen ist es schwer die alten Essgewohnheiten abzulegen. In diesem Abschnitt gehen wir darauf ein, wie du die Diät meisterst.

Regeln für die Diät

Hast du dich einmal für eine Candida-Diät entschieden, solltest du sie bis zum Ende durchführen. Dadurch minimierst du das gesundheitliche Risiko einer Mangel-Ernährung und einer erhöhten Schwermetall-Belastung. Bei einem Abbruch kann sich der Fortschritt der Diät verzögern, wodurch du dem Risiko länger ausgesetzt bist.

Der essenzielle Teil der Candida-Diät ist das Eliminieren von Kohlenhydraten aus der Ernährung. Zusätzlich solltest du Candida-tötende Präparate dazu einnehmen, um die Diät effektiver zu gestalten. Darüber hinaus empfehlen wir Lebensmittel zu essen, die die Darmfunktion verbessern. Dabei spielen Ballaststoffe und Probiotika eine wichtige Rolle (12, 13).

Candida Diät-2

Bei einer stark-restriktiven Diät ist es wichtig, dass die Ernährung sehr Abwechslungsreich ist. Dabei sollte dein Teller möglichst bunt sein.
(Bildquelle: Dan Gold / Unsplash).

Ein Ernährungsplan könnte so in etwa aussehen:

  • Woche 1 – 3: Konsequente Ernährung. Kohlenhydrate werden konsequent aus der Ernährung gestrichen (Getreide, Obst, Zucker; Alkohol). Stattdessen kommt viel Gemüse in den Ernährungsplan.
  • Woche 4 – 6: Einzelne Lebensmittel werden eingegliedert. Vollkorn-Produkte und Zuckerarme Früchte werden wieder in die Ernährung eingefügt.
  • Woche 6 – 8: Ernährung Schritt-für-Schritt wieder normalisieren.

Generell empfehlen wir dir Weizen, Zucker und Alkohol auch nach der Diät in Maßen zu konsumieren

So genießt du deine Mahlzeiten mehr

Es ist eine große Herausforderung den Lebensstil anzupassen. Besonders für Leute, die sich bisher nicht mit ihrer Ernährung auseinandergesetzt haben. Es erfordert viel Übung und Erfahrung damit umzugehen. Es ist wahrscheinlich, dass die Candida-Beschwerden wieder auftreten. Deshalb wirst du evtl. mehrere Anläufe brauchen.

Die Hauptgeschmacksträger sind Zucker, Fett und Salz.

Zu Beginn der Diät kann das Essen etwas fade schmecken. Das liegt daran, dass du an Geschmacks-Explosionen gewöhnt bist. Dadurch kann es vorkommen, dass du dich durch die Mahlzeiten nicht gesättigt fühlst.

Wir empfehlen dir die Mahlzeiten in den ersten Wochen mehr zu würzen. In den darauffolgenden Wochen solltest du das aber reduzieren, um dich langsam an weniger intensivere Geschmäcke zu gewöhnen. Außerdem sollte der Großteil deines Tellers aus Gemüse bestehen, sodass du mehr Volumen essen kannst. Im Anschluss empfehlen wir dir einen Grüntee zu trinken, der deinen Hunger stillt.

Nimm dir mehr Zeit für deine Mahlzeiten und konsumiere bewusst die Lebensmittel. Hierbei ist es wichtig, dass du lernst ein gewisses Körper-Bewusstsein zu entwickeln. Außerdem empfehlen wir dir pro Bissen ca. 30 Kaubewegungen zu machen. Dadurch bist du zwangsläufig länger beim Essen und die Sättigung tritt rechtzeitig ein.

Besondere Lebensmittel, die den Candida-Pilz abtöten

Diese Lebensmittel sollten eine ergänzende Rolle zur Diät spielen. Die Einnahme der folgenden Lebensmittel sollte mit einem Arzt abgesprochen werden, um einen ganzheitlichen Effekt zu erzielen.

Lebensmittel Eigenschaften
Kokosöl Im Labor konnte die Wirkung von Kokosöl gegen den Candida-Pilz nachgewiesen werden (15)
Niembaum Das Niembaum-Extrakt löst die Zellen des Candida-Pilzes (16)
Oregano-Öl Oregano-Öl hat in Kombination mit dem Medikamenten-Wirkstoff Nystatin eine verstärkende Wirkung. (17)
Zahnbürstenbaum Die Candida-abtötende Wirkung wurde in verschiedenen Extrakt-Kombinationen nachgewiesen (18)

Diese Lebensmittel sind zwar natürlich, sollten dennoch in das Behandlungskonzept hineinpassen. Bevor du sie in der Candida-Diät benutzt, solltest du deinen Arzt in Kenntnis setzen.

Zuckerersatz

Wie vorher schon erwähnt, ist es nicht zielführend auf Essen zu verzichten, sondern andere Lebensmittel zu dir zu nehmen, die der Pilz nicht verstoffwechseln kann. Durch diese Vorgehensweise sollte es auch nicht zu Heißhunger kommen, da du durch andere Lebensmittel gesättigt bist.

Solltest du dennoch Lust auf eine süße Mahlzeit haben, stellen wir dir einige Zuckerersatz-Beispiele vor, die du während der Candida-Diät essen kannst. Es handelt sich um kohlenhydratfreie Süßstoffe:

  • Acesulfam
  • Aspartam
  • Saccharin
  • Cyclamat

Da diese Stoffe keine Kohlenhydrate beinhalten, können sie weder vom Körper, noch vom Candida-Pilz aufgenommen werden.

Fazit

Die Wirkung der Candida-Diät ist aus wissenschaftlicher Sicht weder bestätigt, noch widerlegt. Allerdings kann man mit weiteren Vorteilen rechnen, die im Zusammenhang mit bewusster Ernährung und einem Gewichtsverlust einhergehen.

Die Candida-Diät birgt verschiedene Risiken. Einerseits ist sie sehr restriktiv, wodurch es bei unerfahrenen Menschen zu einer Mangel-Ernährung führen kann. Andererseits besteht die Möglichkeit, dass der Körper während der Diät mehr Schwermetallen ausgesetzt ist, wobei das wissenschaftlich noch nicht geklärt ist.

In jedem Fall macht es Sinn einen Arzt zu Rate zu ziehen. Wenn es einzig darum geht Gewicht zu verlieren, empfehlen wir die Candida-Diät eher weniger.

Bildquelle: Chaicheevinlikit/ 123rf.com

Einzelnachweise (18)

1. Pathogenetische Bedeutung der intestinalen Candidabesiedelung. Mitteilung der Kommission "Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin" des Robert Koch-Instituts.
Quelle

2. WF Nieuwenhuizen, RHH Pieters, LMJ Knippels, MCJF Jansen, SJ Koppelman. Is Candida albicans a trigger in the onset of coeliac disease?, The Lancet, Volume 361, Issue 9375, 2003, Pages 2152-2154
Quelle

3. Akiyama K, Shida T, Yasueda H, et al. Allergenicity of acid protease secreted by Candida albicans. Allergy. 1996;51(12):887-892. doi:10.1111/j.1398-9995.1996.tb04489.x
Quelle

4. Petitpierre M, Gumowski P, Girard JP. Irritable bowel syndrome and hypersensitivity to food. Ann Allergy. 1985;54(6):538-540.
Quelle

5. Vincent JL. Candida infections in surgical intensive care unit patients. In: Holzheimer RG, Mannick JA, editors. Surgical Treatment: Evidence-Based and Problem-Oriented. Munich: Zuckschwerdt; 2001.
Quelle

6. Benjamin DK Jr, DeLong ER, Steinbach WJ, Cotton CM, Walsh TJ, Clark RH. Empirical therapy for neonatal candidemia in very low birth weight infants. Pediatrics. 2003;112(3 Pt 1):543-547. doi:10.1542/peds.112.3.543
Quelle

7. Darwazeh AM, MacFarlane TW, McCuish A, Lamey PJ. Mixed salivary glucose levels and candidal carriage in patients with diabetes mellitus. J Oral Pathol Med. 1991;20(6):280-283. doi:10.1111/j.1600-0714.1991.tb00928.x
Quelle

8. Mokeem SA, Abduljabbar T, Al-Kheraif AA, et al. Oral Candida carriage among cigarette- and waterpipe-smokers, and electronic cigarette users. Oral Dis. 2019;25(1):319-326. doi:10.1111/odi.12902
Quelle

9. Giuliano M, Barza M, Jacobus NV, Gorbach SL. Effect of broad-spectrum parenteral antibiotics on composition of intestinal microflora of humans. Antimicrob Agents Chemother. 1987;31(2):202-206. doi:10.1128/aac.31.2.202
Quelle

10. Jimmy Levine, Richard K. Dykoski, Edward N. Janoff, Candida-Associated Diarrhea: A Syndrome in Search of Credibility, Clinical Infectious Diseases, Volume 21, Issue 4, October 1995, Pages 881–886, https://doi.org/10.1093/clinids/21.4.881
Quelle

11. Valerie J Berkowitz, MS, RD, CDN, CDE, A View on High-Protein, Low-Carb Diets, Volume 100, ISSUE 11, P1300, November 01, 2000.
Quelle

12. Marquina D, Santos A, Corpas I, Muñoz J, Zazo J, Peinado JM. Dietary influence of kefir on microbial activities in the mouse bowel. Lett Appl Microbiol. 2002;35(2):136-140. doi:10.1046/j.1472-765x.2002.01155.x
Quelle

13. Holscher HD. Dietary fiber and prebiotics and the gastrointestinal microbiota. Gut Microbes. 2017;8(2):172-184. doi:10.1080/19490976.2017.1290756
Quelle

14. Grafl, H J. Effects of the heavy metals cadmium, zinc, lead, and mercury on yeasts of the genus saccharomyces, saccharomycopsis and candida. Untersuchungen zur Wirkung der Schwermetalle Cadmium, Zink, Blei und Quecksilber auf Hefen der Gattungen Saccharomyces, Saccharomycopsis und Candida. Germany: N. p., 1982. Web.
Quelle

15. Ogbolu DO, Oni AA, Daini OA, Oloko AP. In vitro antimicrobial properties of coconut oil on Candida species in Ibadan, Nigeria. J Med Food. 2007;10(2):384-387. doi:10.1089/jmf.2006.1209
Quelle

16. Polaquini SR, Svidzinski TI, Kemmelmeier C, Gasparetto A. Effect of aqueous extract from Neem (Azadirachta indica A. Juss) on hydrophobicity, biofilm formation and adhesion in composite resin by Candida albicans. Arch Oral Biol. 2006;51(6):482-490. doi:10.1016/j.archoralbio.2005.11.007
Quelle

17. Rosato A, Vitali C, Piarulli M, Mazzotta M, Argentieri MP, Mallamaci R. In vitro synergic efficacy of the combination of Nystatin with the essential oils of Origanum vulgare and Pelargonium graveolens against some Candida species. Phytomedicine. 2009;16(10):972-975. doi:10.1016/j.phymed.2009.02.011
Quelle

18. Noumi, Emira & Mejd, Snoussi & Hajlaoui, Hafedh & Valentin, Eulogio & Bakhrouf, Amina. (2009). Antifungal properties of Salvadora persica and Juglans regia L. extracts against oral Candida strains. European journal of clinical microbiology & infectious diseases : official publication of the European Society of Clinical Microbiology. 29. 81-8. 10.1007/s10096-009-0824-3.
Quelle

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Empfehlung des Robert Koch-Instituts
Pathogenetische Bedeutung der intestinalen Candidabesiedelung. Mitteilung der Kommission "Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin" des Robert Koch-Instituts.
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Candida-Zöliakie Zusammenhang
WF Nieuwenhuizen, RHH Pieters, LMJ Knippels, MCJF Jansen, SJ Koppelman. Is Candida albicans a trigger in the onset of coeliac disease?, The Lancet, Volume 361, Issue 9375, 2003, Pages 2152-2154
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Candida-Allergiepotential
Akiyama K, Shida T, Yasueda H, et al. Allergenicity of acid protease secreted by Candida albicans. Allergy. 1996;51(12):887-892. doi:10.1111/j.1398-9995.1996.tb04489.x
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Candida: Entzündungspotential
Petitpierre M, Gumowski P, Girard JP. Irritable bowel syndrome and hypersensitivity to food. Ann Allergy. 1985;54(6):538-540.
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Candida-Risikogruppe
Vincent JL. Candida infections in surgical intensive care unit patients. In: Holzheimer RG, Mannick JA, editors. Surgical Treatment: Evidence-Based and Problem-Oriented. Munich: Zuckschwerdt; 2001.
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Candida-Säuglinge
Benjamin DK Jr, DeLong ER, Steinbach WJ, Cotton CM, Walsh TJ, Clark RH. Empirical therapy for neonatal candidemia in very low birth weight infants. Pediatrics. 2003;112(3 Pt 1):543-547. doi:10.1542/peds.112.3.543
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Candida-Diabetes Mellitus
Darwazeh AM, MacFarlane TW, McCuish A, Lamey PJ. Mixed salivary glucose levels and candidal carriage in patients with diabetes mellitus. J Oral Pathol Med. 1991;20(6):280-283. doi:10.1111/j.1600-0714.1991.tb00928.x
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Candida-Rauchen
Mokeem SA, Abduljabbar T, Al-Kheraif AA, et al. Oral Candida carriage among cigarette- and waterpipe-smokers, and electronic cigarette users. Oral Dis. 2019;25(1):319-326. doi:10.1111/odi.12902
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Candidawachstum-Antibiotika
Giuliano M, Barza M, Jacobus NV, Gorbach SL. Effect of broad-spectrum parenteral antibiotics on composition of intestinal microflora of humans. Antimicrob Agents Chemother. 1987;31(2):202-206. doi:10.1128/aac.31.2.202
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Candida-Diarrhöe
Jimmy Levine, Richard K. Dykoski, Edward N. Janoff, Candida-Associated Diarrhea: A Syndrome in Search of Credibility, Clinical Infectious Diseases, Volume 21, Issue 4, October 1995, Pages 881–886, https://doi.org/10.1093/clinids/21.4.881
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Low-Carb-Diät und Gesundheit
Valerie J Berkowitz, MS, RD, CDN, CDE, A View on High-Protein, Low-Carb Diets, Volume 100, ISSUE 11, P1300, November 01, 2000.
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Kefir-Probiotika
Marquina D, Santos A, Corpas I, Muñoz J, Zazo J, Peinado JM. Dietary influence of kefir on microbial activities in the mouse bowel. Lett Appl Microbiol. 2002;35(2):136-140. doi:10.1046/j.1472-765x.2002.01155.x
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Ballaststoffe-Verdauung
Holscher HD. Dietary fiber and prebiotics and the gastrointestinal microbiota. Gut Microbes. 2017;8(2):172-184. doi:10.1080/19490976.2017.1290756
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Candida-Schwermetalle
Grafl, H J. Effects of the heavy metals cadmium, zinc, lead, and mercury on yeasts of the genus saccharomyces, saccharomycopsis and candida. Untersuchungen zur Wirkung der Schwermetalle Cadmium, Zink, Blei und Quecksilber auf Hefen der Gattungen Saccharomyces, Saccharomycopsis und Candida. Germany: N. p., 1982. Web.
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Candida-Kokosöl
Ogbolu DO, Oni AA, Daini OA, Oloko AP. In vitro antimicrobial properties of coconut oil on Candida species in Ibadan, Nigeria. J Med Food. 2007;10(2):384-387. doi:10.1089/jmf.2006.1209
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Niembaum-Extrakt
Polaquini SR, Svidzinski TI, Kemmelmeier C, Gasparetto A. Effect of aqueous extract from Neem (Azadirachta indica A. Juss) on hydrophobicity, biofilm formation and adhesion in composite resin by Candida albicans. Arch Oral Biol. 2006;51(6):482-490. doi:10.1016/j.archoralbio.2005.11.007
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Oregano-Öl
Rosato A, Vitali C, Piarulli M, Mazzotta M, Argentieri MP, Mallamaci R. In vitro synergic efficacy of the combination of Nystatin with the essential oils of Origanum vulgare and Pelargonium graveolens against some Candida species. Phytomedicine. 2009;16(10):972-975. doi:10.1016/j.phymed.2009.02.011
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Zahnbürstenbaum
Noumi, Emira & Mejd, Snoussi & Hajlaoui, Hafedh & Valentin, Eulogio & Bakhrouf, Amina. (2009). Antifungal properties of Salvadora persica and Juglans regia L. extracts against oral Candida strains. European journal of clinical microbiology & infectious diseases : official publication of the European Society of Clinical Microbiology. 29. 81-8. 10.1007/s10096-009-0824-3.
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