Veröffentlicht: 10. März 2021

Um die Dosierung von Vitamin D kehren unterschiedlichste Gerüchte und Empfehlungen. Einige sprechen von einem Wundermittel und empfehlen eine hohe Vitamin D Dosierung über Supplemente, andere raten komplett davon ab und meinen, dass die natürliche Strahlung der Sonne vollkommen ausreicht, um unseren Jahresbedarf an Vitamin D abzudecken.

In diesen etlichen verschiedenen Meinungen verliert man schnell den Überblick. Sicherlich fragst du dich, welche Dosierung denn wirklich sinnvoll ist. Wir wollen dir in diesem Artikel Klarheit verschaffen, indem wir kritisch verschiedene Meinungen aufgreifen, hinterfragen, aktuelle Studienergebnisse vorstellen und dir somit objektiv einen Überblick verschaffen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Vitamin D3 wird zu 80–90 % durch die Eigensynthese der Haut über das Sonnenlicht hergestellt. In Deutschland besteht das Problem, dass dies nur von März-Oktober möglich ist und viele sich nicht ausreichend der Sonne aussetzen. Daher kann eine zusätzliche Vitamin D3 Supplementierung sinnvoll sein.
  • Die Richtlinie der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt eine tägliche Dosis von 800 IE für Erwachsene täglich. Studien bewiesen, dass dieser Wert in der Regel den täglichen Bedarf abdeckt und verschiedene Symptome lindern kann. Trotzdem ist der Wert sehr umstritten und wird von vielen als zu niedrig eingeschätzt.
  • Verschiedene Faktoren können den Bedarf erhöhen, wie Osteoporose, Obesität/Adipositas oder etwa ein drastischer Vitamin-D-Mangel. Die als unbedenklich geltende Höchstdosis von 4000 IE pro Tag sollte trotzdem ohne Absprache mit einem Arzt nicht überschritten werden.

Vitamin D Dosierung: Was du darüber wissen solltest

Vitamin D beschreibt eine Gruppe fettlöslicher Vitamine namens Calciferole. Vitamin D2 und Vitamin D3 sind dabei die wichtigsten Formen. Vitamin D2 (Ergocalciferol) wird über pflanzliche Lebensmittel aufgenommen, während Vitamin D3 (Cholecalciferol, Colecalciferol oder Calciol) über tierische Lebensmittel und durch Eigensynthese auch über die Haut aufgenommen wird.

Am wichtigsten ist Vitamin D für unseren Knochenstoffwechsel. Es fördert die Aufnahme von Calcium und Phosphat und dessen Einbau in den Knochen. Auch an vielen anderen Stoffwechselvorgängen ist es beteiligt und somit äußerst wichtig für unseren Körper. (1)

Wie dosiere ich Vitamin D?

Die Dosier-Empfehlungen für Vitamin D fallen sehr unterschiedlich aus und haben in den letzten Jahren eine große Debatte ausgelöst. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., welche häufig als Referenzpunkt dient, unter anderem fürs Robert-Koch-Institut, hat folgende Schätzwerte bei fehlender endogener Synthese aufgestellt: (2)

Alter Vitamin D bei fehlender endogener Synthese µg pro Tag
Säuglinge (0 bis 12 Monate) 10 µg
Kinder (1 bis unter 15 Jahre) 20 µg
Jugendliche und Erwachsene (15 bis unter 65 Jahre) 20 µg
Erwachsene (ab 65 Jahre) 20 µg
Schwangere 20 µg
Stillende 20 µg

Das RKI weißt jedoch darauf hin, dass dieser Schätzwert so zu betrachten ist, dass er nur gilt, wenn keine körpereigene Vitamin-D-Bildung stattfindet und somit die Ernährung als einzige Vitamin-D-Quelle gilt. Das sei jedoch untypisch, da im Normalfall die Eigensynthese einen Anteil von 80–90 % ausmacht. (1)

Ebenso auffällig an den Schätzwerten der DGE ist, dass auch bei Schwangeren und älteren Menschen ab 65 der Schätzwert gleich bleibt. Denn von vielen Seiten hört man immer wieder, Schwangere und besonders auch älter Menschen hätten einen erhöhten Vitamin-D-Bedarf. Es fragt sich also, ob die Angaben der DGE wirklich als Referenzwerte genutzt werden können.

Wenn keine körpereigene Vitamin-D-Bildung stattfindet, wird in Deutschland eine Supplementierung von 800 IE täglich empfohlen.

Professor Robert Heaney der Creighton Universität (Omaha, Nebraska, USA) stellte völlig andere Schätzwerte auf. Er empfiehlt eine Zufuhr von 70 bis 80 IE/kg am Tag.

Das würde bedeuten, dass ein Mensch, der 50 kg wiegt 3.750 IE am Tag zu sich nehmen sollte, ein 80 kg wiegender Mensch 6.000 IE. Diese Angaben sind natürlich deutlich spezifischer, als die der DGE, da sie sich nicht am Alter, sondern am Gewicht orientieren. (3)

Natürlich fragt sich nun, woran man sich orientieren soll, wer im Recht ist. Die Herangehensweisen der Forscher sind verschieden und ohnehin hat jeder eine andere Meinung zum Thema Vitamin D-Dosierung.
In Deutschland wird sich vor allem an den Referenzwerten der DGE (siehe Tabelle oben) orientiert. Wer Zweifel hat, sollte in jedem Fall ein Gespräch mit seinem Arzt führen und gegebenenfalls über die Blutwerte den Vitamin-D-Haushalt checken lassen.

Im Folgenden wird es noch Informationen bezüglich Überdosierung geben. Durch einen Höchstwert, der als unbedenklich eingestuft wird, lässt sich diese vermeiden.

Wie ist die aktuelle Studienlage zur Vitamin D Dosierung?

Die Studienlage zur Vitamin D Dosierung ist zahlreich und vielfältig. Einige Untersuchungen verglichen die einmalige Gabe einer hohen Dosis Vitamin D mit einer langzeitlichen niedrigen Dosis, oder aber es wurde generell verglichen, ob eine tägliche höhere Dosis besser ist, als eine niedrige. Die Studien sind jedoch meist auf sehr spezifische Felder bezogen, wie z. B.:

  • Obesität/Adipositas: Die Herangehensweise an Dosis-Empfehlungen ist sehr unterschiedlich. Einige richten sich nach dem Alter, andere nach Lebensumständen und wieder andere nach dem Gewicht. Die Dosis-Empfehlung nach Gewicht ergab, dass, wie auch schon die Werte von Professor Robert Heaney der Creighton Universität zeigten, je höher das Gewicht ist, auch mehr Vitamin D eingenommen werden muss. Eine Studie fand z. B. heraus, dass Menschen, die an Obesität leiden, die zwei- bis dreifache Menge an Vitamin D brauchen, als Normal Gewichtige und übergewichtige Menschen die 1,5-fache Menge. (4)
  • Schwangerschaft: In der Schwangerschaft ist ein gedeckter Vitamin-D-Bedarf umso wichtiger für Mutter und Kind, denn Vitamin D stärkt das Immunsystem des noch ungeborenen Kinds. Eine Studie fand heraus, dass eine hoch dosierte Gabe von Vitamin D (4.400 IE / Tag) im Vergleich zur empfohlenen Dosis von 400 IE pro Tag sich besser auf die immunologischen Werte des Kindes auswirkten und dass durch die niedrige Dosierung der angestrebte Vitamin-D-Serumspiegel nicht erreicht werden konnte. (5)
  • Alter/Knochenschutz: Gerade bei älteren Menschen ist Vitamin D Mangel weit verbreitet. Es ist bewiesen, dass eine tägliche Zufuhr von 800 IE Vitamin D pro Tag bei älteren Erwachsenen das Risiko für Hüftfrakturen um 30 % und das generelle Sturz-Risiko um 34 % senkt. Außerdem gleicht eine tägliche Supplementation von 800 IE Vitamin D einen Mangel in über 97 % der älteren Erwachsenen aus. (6)

Dies sind nur einige wenige Ausschnitte der großen Studienlage zur Vitamin-D-Dosierung. Es lässt sich jedoch zusammenfassend sagen, dass in den meisten Studien, die mit 400 IE oder weniger/Tag dosierten, kaum eine Verbesserung zeigte.
Bei 800–1000 IE täglich zeigten sich in den unterschiedlichsten Gebieten deutliche Verbesserungen der Symptomatiken. Vor allem aber konnte durch diese Dosis ein Mangel gut ausgeglichen werden.

Ob höhere Dosen, bzw., hoch dosiertes Vitamin D nun wirklich besser ist, lässt sich schwer sagen. Aufgrund vieler Studienergebnisse kann davon ausgegangen werden, dass eine Dosis von 800–1000 IE pro Tag genügt. Gefährlich werden höhere Dosen jedoch in der Regel erst, wenn die Dosen in irrationale Bereiche gehen (siehe Überdosierung).

Wie dosiert man Vitamin D speziell in Deutschland?

Die Hauptquelle für Vitamin D ist die Eigensynthese über die UV-B-Strahlung, also das Sonnenlicht. Ganzjährig ist diese Strahlung aber nur in Regionen unterhalb des 35. Breitengrades verfügbar.

Wenn die ganzjährige Strahlung nicht gegeben ist, ist der Vitamin-D-Status saisonal abhängig, wie auch in Deutschland, das zwischen dem 47. und 55. Breitengrad liegt.

Die Eigensynthese ist aufgrund der geografischen Lage Deutschlands nur von März bis Oktober möglich.

Daher ist es speziell in Deutschland wichtig, in diesem Zeitraum Gesicht und Arme genügend (zwei bis dreimal die Woche) unbedeckt der Sonne auszusetzen. Wird dies getan, so ist auch kein Unterschied zu anderen, südlicheren Ländern zu vermerken, denn wie ein Auto, was Benzin braucht, um zu fahren, aber nicht besser oder schneller mit mehr Benzin fährt, verhält es sich auch mit der Vitamin-D-Dosierung.

Da unser Fett- und Muskelgewebe große Vitamin-D-Speicher sind, hat man, wenn man sich denn von März–Oktober genügend draußen aufhält, in der Regel auch im Winter keine Probleme mit einem Mangel.

Da jedoch der Aufbau dieses Speichers durch verschiedene Faktoren erschwert werden kann (zwar in der Sonne, jedoch nicht unbedeckt; zu viel Sonnenschutz; Hautfarbe etc.) sind im deutschen Winter niedrige Vitamin-D-Spiegel nicht ungewöhnlich. (7) Von daher ist es durchaus sinnvoll, Vitamin D zusätzlich zu supplementieren und sich dabei an die Schätzwerte der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) zu halte.

Sollte man im Winter die Vitamin D Dosis erhöhen?

Wie bereits erwähnt bildet unser Körper das lebenswichtige Vitamin zu 80–90 % selbst, nämlich mittels UV-B-Strahlung (Sonnenlicht).

Dafür muss sich jedoch im Freien aufgehalten werden, denn die Sonnenstrahlen können nicht genügend durch Fensterscheiben dringen.  Von März bis Oktober ist in Deutschland genügend UV-B-Strahlung vorhanden, um den Vitamin-D-Bedarf darüber abzudecken. In dieser Zeit wird auch der Speicher für den Winter gebildet.

Häufig sind die Vitamin-D-Speicher im Winter nicht ausreichend gefüllt.

Wer in dieser Zeit Gesicht, Arme und Hände mehrmals die Woche ohne Sonnenschutz der Sonne aussetzt, der sollte seinen Vitamin-D-Speicher in Form von Reserven im Fett- und Muskelgewebe für die kalten Wintermonate gut aufgefüllt haben.

Es reicht dabei die Hälfte der Zeit, in der sonst ungeschützt ein Sonnenbrand entstehen würde, denn diese sollten natürlich dringlichst vermieden werden. (1)

Wer also beispielsweise im Home-Office arbeitet und von März bis Oktober viel Zeit drinnen verbringt, bei dem könnte eine Vitamin-D-Dosierung über Supplemente sinnvoll sein.

Im Winter haben wir das Problem, dass wir viel drinnen sind und ohnehin nicht viel Sonnenstrahlung zur Verfügung steht. Von daher ist es gerade im Winter sinnvoll, auf eine Vitamin D Supplementierung zurückzugreifen, vor allem, wenn in den wärmeren Monaten die Speicher nicht durch genügend Sonnenbaden aufgefüllt wurden.

Vitamin D Dosierung-2

Viele Menschen setzten sich nicht ausreichend unbedeckt der Sonne aus und sind daher auf eine zusätzliche Vitamin-D-Zufuhr angewiesen.
(Bildquelle: pixabay / geralt)

Das heißt aber nicht, dass man im Winter höher dosieren sollte, als es die empfohlene Tages-Dosis zulässt. Mehr ist hier nämlich nicht immer gleich besser. Es sollte sich einfach an diese Tages-Dosis gehalten werden.

Kann man Vitamin D überdosieren und wie äußert sich eine Überdosierung?

Da Vitamin D als fettlösliches Vitamin im Fett- und Muskelgewebe gespeichert wird, kann ein Überschuss nicht über den Urin ausgeschieden werden (wie z. B. bei Magnesium). Dadurch kann es zu einer Intoxikation (Vergiftung) bei einer viel zu hohen Zufuhr kommen.

Durch eine natürliche Vitamin-D-Zufuhr, die sich aus der Eigensynthese über die Haut und Nahrungszufuhr zusammensetzt, kann keine Intoxikation erreicht werden.

Bis dies geschieht, müssen in einem hohen Maß Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel) eingenommen werden.

Die Intoxikation wird auch Hyperkalzämie genannt, da im Körper durch eine übermäßig hohe Zufuhr von Vitamin D auch der Kalziumspiegel steigt. Die Überdosierung kann auch schleichend geschehen, weil Vitamin D im Körper gespeichert wird. Symptome einer Hyperkalzämie wären: (1)

  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchkrämpfen/ Erbrechen
  • In schweren Fällen: Nierenschädigung, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und Tod

Intoxikationen sind jedoch sehr selten und treten bei abnormal hohen Zufuhr-Werten auf, die sich bei Werten von 130 000 IE pro Tag befinden, wie beispielsweise eine Frau über 20 Monate diese Menge zu sich nahm und daraufhin an den Folgen einer Hyperkalzämie litt. (8)

Um einer zu hohen Einnahme vorzubeugen, gibt es eine Sicherheits-Obergrenze der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) von 4000 IE pro Tag. Verglichen mit den empfohlenen Werten der DGE (800 IE am Tag) ist diese natürlich immer noch enorm hoch. Jedoch kritisieren viele, ob der Referenzwert der DGE ausreicht, um einen Mangel abzudecken oder auch Osteoporose vorzubeugen.

Wirklich einheitliche Angaben gibt es also nicht. Die amerikanische Endokrinologische Gesellschaft stuft den unbedenklichen Wert sogar noch deutlich höher ein, nämlich auf 10 000 IE/250 µg pro Tag bei gesunden Erwachsenen. Der Dachverband Osteologie (DVO) empfiehlt als Osteoporose- und Frakturprophylaxe eine tägliche Einnahme von 800 bis 2000 IE Vitamin D3, kombiniert mit einer Kalziumeinnahme von 1000mg.

Deshalb wurde dieser hohe Wert auch in Frage gestellt, da er nicht universell anwendbar war, Alter, Geschlecht, Gewicht und Vitamin-D-Status können eine Rolle bei der individuellen Höchstgrenze spielen. Die Konsequenz war, dass 800-1000 IE pro Tag als sicher gelten und höhere Dosen aufgrund möglichen Schadenpotentials nicht gewählt werden sollten. (9)

Das muss jedoch nicht heißen, dass höhere Dosen gleich schädlich sind, sondern gilt wirklich nur als Referenzwert/Sicherheitsgrenze. Wie bereits erwähnt, treten Intoxikationen nur äußerst selten auf und auch nur bei abnormal hohen Werten. Dennoch ist mehr nicht immer gleich besser, wenn der Vitamin-D-Bedarf bereits gedeckt ist, bringt einem eine weitere Zufuhr nichts.

Wie dosiere ich bei einem Vitamin D Mangel und was begünstigt einen Mangel?

Über die Serumblutwerte kann ein Mangel an Vitamin D festgestellt werden. Dieser liegt bei ca. 30 % der Erwachsenen vor, davon etwas mehr Männer als Frauen. Ausreichend versorgt sind nur ca. 38 % der Erwachsenen. Im Alter haben Frauen mehr Probleme mit Vitamin D Mangel als Männer. Natürlich schwanken die Werte auch saisonal stark und sind immer nur eine Momentaufnahme. (7)

Am weitesten verbreitet ist Vitamin D Mangel unter älteren Menschen. Das liegt daran, dass die Kapazität der Haut, über Eigensynthese durch Sonnenlicht Vitamin D herzustellen mit dem Alter abnimmt. Zusätzlich setzen sich ältere Menschen jedoch auch weniger der Sonne aus. (10)

Es gibt noch weitere Faktoren, die einen Vitamin-D-Mangel begünstigen:

  • dunklerer Hautton (Melanin reduziert die Produktion von D3)
  • Adipositas
  • Malabsorption
  • konsequente Anwendung von Sonnenschutz (7)

Außerdem liegt das grundsätzliche Problem vor, dass in den Wintermonaten in ganz Europa nicht ausreichend Vitamin D über Eigensynthese produziert werden kann, denn die Sonnenintensität reicht nicht aus.

Hinzu kommt, dass das Angebot an Vitamin D reichen Lebensmitteln rar ist, es müssten beispielsweise 10 Eier täglich gegessen werden, um den Vitamin-D-Bedarf zu decken, oder aber zwei Portionen Lachs. (7)

Vitamin D Dosierung-3

Nur die wenigsten Lebensmittel enthalten größere Mengen Vitamin D3. Man müsste beispielsweise zwei große Portionen Lachs täglich essen, um seinen Bedarf an Vitamin d zu decken.
(Bildquelle: Pixabay / Shutterbug75)

Aufgrund dieser Faktoren wird empfohlen, den Tagesbedarf von 800 IE besonders in den Wintermonaten anderweitig, über Vitamin-D-Supplementierung, zu decken. Wenn der Vitamin-D-Mangel sehr drastisch ist, sollte mit einem Arzt gesprochen werden, denn dann muss die Dosis unter Umständen noch deutlich höher sein. Dasselbe gilt für Menschen mit Adipositas. (7)

Der Wert von 800 IE wird häufig als zu niedrig kritisiert, insbesondere, wenn ein Mangel vorliegt. Dennoch gilt er als ein guter Richtwert. Es sollte in jedem Fall darauf geachtet werden, dass der als unbedenklich eingestufte Höchstwert von 4000 IE nicht überschritten wird.

Was sind IE und µg für Einheiten?

Vitamin D wird in zwei verschiedenen Einheiten angegeben. Dabei steht IE für “Internationale Einheiten” und µg sind Mikrogramm. 40 IE entsprechen dabei 1 µg, oder umgekehrt – 1 IE entspricht 0,025 µg.

Einheit Einheit
0,025 µg 1 IE
1 µg 40 IE
10 µg 400 IE
20 µg 800 IE

Als Arzneimittel sind Präparate mit einer Tages-Dosis von über 25 µg (ab 1000 IE) verschreibungspflichtig, für die frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmittel gibt es weder national noch auf europäischer Ebene verbindliche Höchstmengen des Vitamin-D-Gehalts.

Fazit

Um die Dosierung von Vitamin D3, welches als essenziell für unseren Knochenstoffwechsel und viele weitere Stoffwechselvorgänge gilt, kursieren verschiedenste Angaben und Meinungen. Um die Zweifel über die Dosierung aufzuräumen, wurden hier kritisch verschiedenste Angaben dargestellt.

Gerade die Studienlage zeigt, dass der Richtwert der DGE von 800 IE pro Tag zum einen als unbedenklich gilt und zum anderen bei einer täglichen Dosierung von 800 bis 1000 IE pro Tag auch deutliche Verbesserungen verschiedenster Symptomatiken erzielt werden.

Es bleibt kritisch zu betrachten, ob dieser Wert ausreicht, wenn ein akuter D3-Mangel vorliegt oder andere Faktoren (wie Obesität/Adipositas, Osteoporose, Alter etc.) vorliegen. Als guter Grenzwert für die Höchstdosis gelten jedoch die oben genannten 4000 IE pro Tag. Wenn Unsicherheit besteht, sollte in jedem Fall ein Gespräch mit dem Hausarzt gesucht werden, der über die individuellen Werte und Therapieformen Aufschluss geben kann.

Bildquelle: unsplash / Antonino Visalli

Einzelnachweise (10)

1. Robert Koch Institut: Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zu Vitamin D. Stand: 25.01.2019.
Quelle

2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Die Wissenschaft verpflichtet – Ihr Partner für Essen und Trinken: Vitamin D (Calciferole). Referenzwerte von 2012.
Quelle

3. Foundation Ortho Knowledge: Vitamin D. Bedarf größer als Gedacht.
Quelle

4. Ekwaru JP, Zwicker JD, Holick MF, Giovannucci E, Veugelers PJ. The importance of body weight for the dose response relationship of oral vitamin D supplementation and serum 25-hydroxyvitamin D in healthy volunteers. PLoS One. 2014 Nov 5;9(11):e111265. doi: 10.1371/journal.pone.0111265. PMID: 25372709; PMCID: PMC4220998.
Quelle

5. Kreutzkamp, B. Hochdosiertes Vitamin D in der Schwangerschaft stimuliert Immunsystem der Neugeborenen. Allergo J 27, 12 (2018). https://doi.org/10.1007/s15007-018-1549-3
Quelle

6. Heike A. Bischoff-Ferrari, Thomas Rosemann, Daniel Grob, Robert Theiler, Hans-Peter Simmen, Otto Meyer: Vitamin D Supplementation in der Praxis. Schweiz Med Forum 2014; 14(50):949–953.
Quelle

7. Rabenberg M, Mensink GBM (2016) Vitamin-D-Status in Deutschland. Journal of Health Monitoring 1(2):36–42 DOI 10.17886/RKI-GBE-2016-036
Quelle

8. De Vincentis S, Russo A, Milazzo M, Lonardo A, De Santis MC, Rochira V, Simoni M, Madeo B. How Much Vitamin D is Too Much? A Case Report and Review of the Literature. Endocr Metab Immune Disord Drug Targets. 2020 Oct 7. doi: 10.2174/1871530320666201007152230. Epub ahead of print. PMID: 33030138.
Quelle

9. Rizzoli R. Vitamin D supplementation: upper limit for safety revisited? Aging Clin Exp Res. 2020 Aug 28. doi: 10.1007/s40520-020-01678-x. Epub ahead of print. PMID: 32857334.
Quelle

10. Ringe, Johann D. (Hrsg.): Calcium plus Vitamin D. Schlüsselrolle in der Osteoporosebehandlung. Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 2002.
Quelle

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Wissenschaftlicher Artikel
Robert Koch Institut: Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zu Vitamin D. Stand: 25.01.2019.
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Wissenschaftlicher Artikel
Foundation Ortho Knowledge: Vitamin D. Bedarf größer als Gedacht.
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Klinische Studie
Ekwaru JP, Zwicker JD, Holick MF, Giovannucci E, Veugelers PJ. The importance of body weight for the dose response relationship of oral vitamin D supplementation and serum 25-hydroxyvitamin D in healthy volunteers. PLoS One. 2014 Nov 5;9(11):e111265. doi: 10.1371/journal.pone.0111265. PMID: 25372709; PMCID: PMC4220998.
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Klinische Studie
Kreutzkamp, B. Hochdosiertes Vitamin D in der Schwangerschaft stimuliert Immunsystem der Neugeborenen. Allergo J 27, 12 (2018). https://doi.org/10.1007/s15007-018-1549-3
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Wissenschaftlicher Artikel
Heike A. Bischoff-Ferrari, Thomas Rosemann, Daniel Grob, Robert Theiler, Hans-Peter Simmen, Otto Meyer: Vitamin D Supplementation in der Praxis. Schweiz Med Forum 2014; 14(50):949–953.
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Wissenschaftliche Artikel
Rabenberg M, Mensink GBM (2016) Vitamin-D-Status in Deutschland. Journal of Health Monitoring 1(2):36–42 DOI 10.17886/RKI-GBE-2016-036
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Wissenschaftliche Studie
De Vincentis S, Russo A, Milazzo M, Lonardo A, De Santis MC, Rochira V, Simoni M, Madeo B. How Much Vitamin D is Too Much? A Case Report and Review of the Literature. Endocr Metab Immune Disord Drug Targets. 2020 Oct 7. doi: 10.2174/1871530320666201007152230. Epub ahead of print. PMID: 33030138.
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Wissenschaftlicher Artikel
Rizzoli R. Vitamin D supplementation: upper limit for safety revisited? Aging Clin Exp Res. 2020 Aug 28. doi: 10.1007/s40520-020-01678-x. Epub ahead of print. PMID: 32857334.
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Ringe, Johann D. (Hrsg.): Calcium plus Vitamin D. Schlüsselrolle in der Osteoporosebehandlung. Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 2002.
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