Zuletzt aktualisiert: 16. April 2021

Burnout kann in unserer schnelllebigen, leistungsorientierten Welt jeden treffen. Die Anzeichen werden dabei meist übersehen oder nicht ernst genug genommen.

Dabei kann es gerade bei einem Burnout von Vorteil sein ihn rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Dieser Artikel stellt die verschiedenen Anzeichen und Behandlungsmöglichkeiten vor.




Das Wichtigste in Kürze

  • “Burnout bezeichnet einen über Wochen und Monate anhaltenden physischen und psychischen Erschöpfungszustand.” (2)
  • Frühwarnzeichen des Burnout solltest du wahrnehmen um diesem gegensteuern zu können.
  • Burnout wurde noch nicht vollends erforscht, weshalb es teilweise noch keine einheitlichen Behandlungsstandards gibt.

Burnout Anzeichen: Was du wissen solltest

Die wichtigsten Fragen zu einem Burnout und seinen Anzeichen möchten wir dir hier beantworten.

Wie wird ein Burnout ausgelöst?

Ein Burnout kann viele Ursachen haben. Dabei spielen viele verschiedene Faktoren zusammen, welche im Endeffekt den Burnout auslösen. Ein eindeutiges Anzeichen für einen Burnout ist, dass die Erholungsphasen das eigene Wohlbefinden und die Lebensqualität nicht mehr herstellen können.

“Im breiten Verständnis beschreibt Burnout einen tiefgreifenden Erschöpfungszustand, der auf eine langanhaltende chronische Stressbelastung am Arbeitsplatz zurückzuführen ist.”(8)

Ein Burnout kann unterschiedliche Anzeichen haben. Wichtig ist diese rechtzeitig wahrzunehmen. (Bildquelle: Anna Tarazevich / Pexels)

Äußere Ursachen können zum Beispiel Arbeitsüberlastung, Mobbing, Stress oder Ungerechtigkeit am Arbeitsplatz sein. Auch ein Mangel an positivem Feedback oder ständiger Druck durch Vorgesetzte kann eine Ursache sein.

Innere Ursachen sind zum Beispiel Überengagement, “Perfektionismus, hohes Kontrollbedürfnis, Ehrgeiz, der beständige Wunsch, alles allein und besser machen zu können, unverzichtbar zu sein” (4). Probleme “Nein” zu sagen, können auch eine innere Ursache sein. (9)

Welche Anzeichen hat ein Burnout?

Die Anzeichen eines Burnout können unterschiedlich sein. Es gibt psychische Anzeichen aber auch körperliche Anzeichen. Zu den häufigsten zählen dabei:

  • Erschöpfung, Schlafstörung
  • Gleichgültigkeit, Langeweile
  • Ruhelosigkeit, Schlafstörung
  • Neigung zum Weinen, Schwächegefühl, Verzweiflung
  • Gefühl mangelnder Anerkennung
  • Angstzustände und Panikattacken (6)
  • Magenbeschwerden, Schwindel, Kopfschmerzen
Burnout ist der Verlust eines selbst und dem Gefühl gefangen bzw. verloren im Leben zu sein. (3)

Die Anzeichen können bei jedem Menschen unterschiedlich sein. “Die emotionale Erschöpfung ist das Leitsymptom. Bei Aussagen und Gefühlen wie: “Ich habe keine Kraft mehr”, “Eigentlich kann ich nicht mehr”, “Ich fühle mich leer” oder “Was tue ich hier eigentlich?” besteht der Verdacht auf emotionale Erschöpfung.” (5)

Wie sind die Burnout Anzeichen bei Mann und Frau?

Prinzipiell kann gesagt werden, dass die meisten Anzeichen eines Burnouts bei Mann und Frau gleich sind. Die häufigsten sind dabei, Erschöpfung, Müdigkeit und Rückzug aus dem sozialen Umfeld. Jedoch gibt es ein paar kleine Unterschiede, welche wir dir hier zeigen möchten.

Burnout Anzeichen Frau

Es gibt einen speziellen Begriff der den Burnout einer Frau etwas genauer beschreibt. Das Rushing Women Syndrom. Dabei steht der ständige Spagat ,von Frauen, zwischen Familie, Haushalt und Beruf im Vordergrund. (11).

Die typischen Anzeichen sind dabei, Erschöpfung, Müdigkeit, das Gefühl ständig unter Druck zu stehen aber auch totale Aufgedrehtheit um alle Aufgaben zu schaffen. Frauen tun diese Anzeichen häufig als Nichtigkeit ab, wobei dies genau falsch ist.

Burnout Anzeichen Mann

Burnout Anzeichen von Männern sind denen von Frauen meist sehr ähnlich. Männer reagieren aber teilweise anders auf Stresssituationen und somit können andere Anzeichen hervorgerufen werden. Männer tendieren eher dazu diese Anzeichen zu verleugnen, da psychische Probleme bei ihnen meist noch ein Tabuthema sind.

Weiterhin können sie mit aggressivem Verhalten, übermäßigem Alkoholkonsum oder sexueller Funktionsstörung reagieren. Dies können also auch Anzeichen für einen Burnout bei Männern sein und sollten nicht ignoriert werden.

Welche Anzeichen haben die einzelnen Phasen eines Burnout?

Es gibt 7 verschiedene Phasen eines Burnout. Alle gehen mit unterschiedlichen Symptomen einher.

Phase Erklärung Symptome
Phase 1 Extrem viel Ehrgeiz und Energie werden in Aufgaben gesteckt keine richtige Erholung mehr, Verleugnung eigener Bedürfnisse, Gefühl unentbehrlich zu sein, Rastlosigkeit, Energiemangel, Schlaflosigkeit
Phase 2 Rückzug und reduziertes Engagement durch zu wenig Anerkennung Herunterfahren des vorherigen Engagement, Gefühl mangelnder Wertschätzung, emotionale Kälte und Zynismus, Distanz und negative Gefühle gegenüber Kunden, Kollegen oder Vorgesetzten
Phase 3 Emotionale Reaktion-Depression, Aggression und Schuldzuweisungen Gefühl der Ohnmacht, innerer Leere und Hilflosigkeit, Angstzustände, Pessimismus, Launenhaftigkeit, Reizbarkeit, Zorn, häufige Konflikte mit anderen, Antriebslosigkeit
Phase 4 Abbau, schwindende Leistungsfähigkeit schwindende Kreativität, unfähig Entscheidungen zu fällen oder Aufgaben zu bewältigen
Phase 5 Desinteresse emotionaler Rückzug, Gleichgültigkeit, Aufgabe von Hobbys, Einsamkeit
Phase 6 Körperliche Reaktion Muskelverspannung, Schlafstörung, Übelkeit, veränderte Essgewohnheiten, Herzklopfen, erhöhter Blutdruck
Phase 7 Verzweiflung und Burnout generelle Hoffnungslosigkeit, Leben erscheint sinnlos, Suizidgedanken, keine Freude mehr nur noch Gleichgültigkeit

Die unterschiedlichen Phasen treten nacheinander auf. Gerade in den ersten Phasen ist es hilfreich die Symptome ernst zu nehmen und zu einem Arzt zu gehen. Auch in der letzten Phase ist es wichtig sich bei einem Arzt Hilfe zu suchen und sich behandeln zu lassen.

Wie wird ein Burnout diagnostiziert?

Der erste Gang sollte hierbei zu einem Arzt sein. Dieser schließt körperliche Ursachen aus, welche den Zustand eventuell noch hervorrufen können. Es ist wichtig, diesen Arztbesuch auf sich zu nehmen um so früh wie möglich Hilfe zu erhalten.

Zur weiteren Diagnose kann auch ein Psychologe helfen. Es werden Gespräche geführt und die persönliche, familiäre und Arbeitssituation dabei genauer untersucht. Hierzu können auch verschiedene Tests und Fragebögen herangezogen werden.

Wenn du dich ausgebrannt fühlst solltest du deinen Arzt oder einen Psychologen aufsuchen und um Rat fragen. (Bildquelle: Maksim Goncharenok / Pexels)

Fällt dann die Diagnose Burnout, stellt der Arzt meist eine Krankschreibung aus um eine lange Erholungsphase zu ermöglichen. Außerdem wird meist ein Therapieplan erstellt um dem Erkrankten aus dieser Situation herauszuhelfen.

Wie wird ein Burnout vorgebeugt?

Damit es gar nicht erst zu einem Burnout kommt, können einige Maßnahmen ergriffen werden.

  • Eigene Bedürfnisse wahrnehmen
  • Entspannung
  • Selbstaufmerksamkeit
  • Soziale Kontakte
  • Stressverminderung
  • Gesunde Lebensweise
  • Hilfe suchen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Burnout vorzubeugen. Diese sollen nun noch einmal genauer erklärt werden.

Eigene Bedürfnisse wahrnehmen

Es ist hilfreich die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Was ist dir wichtig und was nicht? Die eigenen Bedürfnisse sind genauso wichtig wie die der Mitmenschen und sollten nicht vergessen werden.

Entspannung

Entspannende Musik hören, Spazieren gehen oder ein Nickerchen machen. Was auch immer für dich als entspannend gilt sollte wenigsten 15-30 Minuten täglich ausgeführt werden. Meist helfen auch Entspannungsübungen, welche du zuhause umsetzen kannst. Hilfreich ist es auch, einen freien Tag in der Woche einzuplanen. So hat der Körper die Möglichkeit sich auszuruhen und neue Energie zu tanken.

Selbstaufmerksamkeit

Regelmäßige Gedanken über das eigenen Stresslevel und die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben können dabei helfen krankheitsfördernde Faktoren frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen. Manchmal bedarf es auch keiner großen Veränderung, sondern es ist wichtiger die Entscheidung zu treffen, dass man sich nicht mehr überarbeiten möchte. (7)

Soziale Kontakte

“Angenehme, zweckfreie Sozialkontakte sind stressreduzierend” (1) , daher sollte die Zeit mit der Familie und Freunden nicht vernachlässigt werden. Dadurch kann ein Ausgleich zum Arbeitsleben geschaffen werden.

Stressverminderung

Um Stress zu vermindern, kann ein Stresstagebuch geführt werden. Dabei wird deutlich welche Faktoren Stress auslösen und diese können dann beseitigt oder verringert werden.

Gesunde Lebensweise

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und Sport (10) können positive Gefühle erzeugen und einen Ausgleich bieten. Weiterhin ist ein gesunder Schlaf auch wichtig, dieser hilft tagsüber belastbarer zu sein. Es ist hilfreich einen Schlafrhythmus aufzubauen und gewisse Rituale einzuführen.

Hilfe suchen

Oft können nicht alle Vorsätze gut umgesetzt werden oder es kommen Zeiten die schwieriger zu bewältigen sind. Falls über einen längeren Zeitraum typische Symptome eines Burnouts auftreten sollte man sich an einen Arzt wenden. Umso früher ein Burnout erkannt wird umso besser sind die Heilungschancen.

Fazit

Auch bei einem Burnout ist die Prävention die beste Therapie. Jedoch gibt es im Leben immer wieder Situationen, die kaum zu bewältigen erscheinen. Hierbei ist es vor allem wichtig sich so früh wie möglich Hilfe zu suchen.

Wichtig ist, eine solide Alltagsstruktur, intelligente Selbstwahrnehmung und Stresswahrnehmung sowie Burnout Symptome frühzeitig zu erkennen. Etwas herunterzuspielen oder zu ignorieren ist in diesem Fall nicht hilfreich.

Bildquelle: Olya Kobruseva / Pexels

Einzelnachweise (11)

1. Martin E. Keck. Burnout. 2021
Quelle

2. Penz, M, Wekenborg, MK, Pieper, L, et al. The Dresden Burnout Study: Protocol of a prospective cohort study for the bio‐psychological investigation of burnout. Int J Methods Psychiatr Res. 2018; 27:e1613. https://doi.org/10.1002/mpr.1613
Quelle

3. Alsén S, Ali L, Ekman I, Fors A. Facing a blind alley - Experiences of stress-related exhaustion: a qualitative study. BMJ Open. 2020 Sep 2;10(9):e038230. doi: 10.1136/bmjopen-2020-038230. PMID: 32878762; PMCID: PMC7470632
Quelle

4. Hans Peter Unger. Burn-out - Entstehung und Prävention. 2011. Forschung und Lehre
Quelle

5. Dr. Thomas M.H. Bergner. Nicht gegen sich leben - Strategien gegen Burnout. 2008. Forschung und Lehre
Quelle

6. Adamsson A, Bernhardsson S. Symptoms that may be stress-related and lead to exhaustion disorder: a retrospective medical chart review in Swedish primary care. BMC Fam Pract. 2018 Oct 30;19(1):172. doi: 10.1186/s12875-018-0858-7. PMID: 30376811; PMCID: PMC6208049
Quelle

7. Lloyd, C., Campion, D.P. Occupational stress and the importance of self-care and resilience: focus on veterinary nursing. Ir Vet J 70, 30 (2017). https://doi.org/10.1186/s13620-017-0108-7
Quelle

8. JOUR. Penz, Marlene, Walther, Andreas. 2017/04/19. How burnout gets into the body - Potential pathways for the somatization of a psychological phenomenon (Wie gelangt Burnout in den Körper? - Mögliche Wege zur Somatisierung eines ursprünglich psychologischen Phänomens). Psychologie in Österreich
Quelle

9. Gene Alarcon, Kevin J. Eschleman & Nathan A. Bowling (2009) Relationships between personality variables and burnout: A meta-analysis, Work & Stress, 23:3, 244-263, DOI: 10.1080/02678370903282600
Quelle

10. Osama M. Mustafa (2015) Health behaviors and personality in burnout: a third dimension, Medical Education Online, 20:1, DOI: 10.3402/meo.v20.28187
Quelle

11. Weaver, L. 2017. Rushing Woman's Syndrome: The Impact of a Never-ending To-do List and how to Stay Healthy in Today's Busy World: Hay House.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wissenschaftlicher Artikel
Martin E. Keck. Burnout. 2021
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Wissenschaftliche Studie
Penz, M, Wekenborg, MK, Pieper, L, et al. The Dresden Burnout Study: Protocol of a prospective cohort study for the bio‐psychological investigation of burnout. Int J Methods Psychiatr Res. 2018; 27:e1613. https://doi.org/10.1002/mpr.1613
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Alsén S, Ali L, Ekman I, Fors A. Facing a blind alley - Experiences of stress-related exhaustion: a qualitative study. BMJ Open. 2020 Sep 2;10(9):e038230. doi: 10.1136/bmjopen-2020-038230. PMID: 32878762; PMCID: PMC7470632
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Hans Peter Unger. Burn-out - Entstehung und Prävention. 2011. Forschung und Lehre
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Dr. Thomas M.H. Bergner. Nicht gegen sich leben - Strategien gegen Burnout. 2008. Forschung und Lehre
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Wissenschaftliche Studie
Adamsson A, Bernhardsson S. Symptoms that may be stress-related and lead to exhaustion disorder: a retrospective medical chart review in Swedish primary care. BMC Fam Pract. 2018 Oct 30;19(1):172. doi: 10.1186/s12875-018-0858-7. PMID: 30376811; PMCID: PMC6208049
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Wissenschaftlicher Artikel
Lloyd, C., Campion, D.P. Occupational stress and the importance of self-care and resilience: focus on veterinary nursing. Ir Vet J 70, 30 (2017). https://doi.org/10.1186/s13620-017-0108-7
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Wissenschaftlicher Artikel
JOUR. Penz, Marlene, Walther, Andreas. 2017/04/19. How burnout gets into the body - Potential pathways for the somatization of a psychological phenomenon (Wie gelangt Burnout in den Körper? - Mögliche Wege zur Somatisierung eines ursprünglich psychologischen Phänomens). Psychologie in Österreich
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Wissenschaftlicher Artikel
Gene Alarcon, Kevin J. Eschleman & Nathan A. Bowling (2009) Relationships between personality variables and burnout: A meta-analysis, Work & Stress, 23:3, 244-263, DOI: 10.1080/02678370903282600
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Wissenschaftlicher Artikel
Osama M. Mustafa (2015) Health behaviors and personality in burnout: a third dimension, Medical Education Online, 20:1, DOI: 10.3402/meo.v20.28187
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Wissenschaftliche Studie
Weaver, L. 2017. Rushing Woman's Syndrome: The Impact of a Never-ending To-do List and how to Stay Healthy in Today's Busy World: Hay House.
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